Gesehen: Die Flucht




Habe soeben den 2 Teiler Die Flucht gesehen. Zunächst Kurz die Handlung:

Ostpreußen Sommer 1944 Lena Gräfin von Mahlenberg(Maria Furtwängler) wird an das Krankenbett ihres Vaters gerufen.Dieser hatte sie wegen ihrer Weigerung den Grafen Heinrich von Gernstorff zu heiraten,und wegen ihrer unehelichen Tochter Vicky verstoßen.Nun aber übernimmt Lena die Verantwortung für das Gut,heiratet aus Pflichtgefühl Heinrich und verliebt sich derweil in den Französischen Zwangsarbeiter Francois.Im Winter 1945 muss Lena dann mit einem Track von über 100 Menschen die Flucht antreten und schafft es schließlich nach einem dramatischen Gang über das Frische Haff Bayern zu erreichen,wo sie Francois den sie zwischenzeitlich mit Rücksicht auf den eifersüchtigen Heinrich fortgeschickt hatte wiedertrifft.

Der Film hat mir überraschend gut gefallen,allerdings habe ich trotzdem Kritik an dieser Produktion anzubringen.

Die Figur der Gräfin Mahlenberg ist der Prototyp der edlen Ostpreußischen Adligen die sich aufopferungsvoll um ihre Schutzbefohlenen kümmert getreu der alten Maxime Schutz und Schirm Rat und Hilfe. Der Film vermittelt den Eindruck die Flucht sei eine Sache der jungen weiblichen Adligen gewesen.Hans-Ulrich Wehler hat letzte Woche in der Sendung Aspekte richtiger weise aber darauf hingewiesen, das es überwiegend einfache Bauern waren die sich auf den Track machten.Ansonsten wahrte der Film aber zu meiner Überraschung Geschichtspolitisch die Balance. Er zeigt zwar die Deutschen Opfer,ebenso sind aber auch die Erschießung von Deserteuren oder die Ermordung von Zwangsarbeitern zu sehen.

Obwohl ich Die Flucht für ein durchaus akzeptables Melodram halte bergen solche Filme meiner Ansicht nach Geschichtspolitisch eine große Gefahr.Wenn man nicht sehr aufpasst konnte die Thematisierung der Deutschen Opfer dazu führen,das die zig Millionen NS-Opfer aus dem Blick geraten.Es darf meiner Ansicht nach niemals vergessen werden, das die Vertreibung der Deutschen letztendlich nur der Widerhall dessen war, was Deutsche Jahre zuvor in Osteuropa angerichtet hatten. Filme wie die Flucht haben das Potenzial ein neues revanchistisches Geschichtsbild zu konstruieren, was unbedingt vermieden werden muss.Letztlich sollte die Aufarbeitung dieses Themas Historikern überlassen werden.
Henning Schmidt | ,

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