Oettingers Blindflug !


Als politisch interessierter und engagierter Mensch kann ich es mir nun doch nicht nehmen lassen,ein paar Worte zu Günther Öttinger Grabrede für Hans Filbinger zu verlieren.Da redet Günther Öttinger doch allen Ernstes davon, Hans Filbinger sei kein Nazi gewesen, sondern im Gegenteil sogar Wiederständler. Außerdem behauptet er durch Filbingers Urteile habe kein einziger Mensch sein Leben verloren.

Es mag ja durchaus sein, das Hans Filbinger kein fanatischer Natinalsozialist war,wenn jemand aber als Richter wirkt,kann von Wiederstand ja wohl kaum die Rede sein.Mitläufer wäre hier mit Sicherheit die Richtige Vokabel. Das Problem bei Filbinger verstärkt sich auch durch seine Starköpfigkeit, den sich schuldig machen ist schon schlimm genug,diese Schuld aber Zeit seines Lebens nicht einzugestehen macht die Sache noch schlimmer.Filbinger prägte 1978 den legendären Satz:
Was damals Recht war kann heute nicht Unrecht sein.
Alleine dafür ist er zu verachten.Schlimm das so ein Mann 2004 den Bundespräsidenten mitwählen dürfte, eigentlich eine ehrenvolle Aufgabe, die solch einem starsinnigen Altnazi nicht gebührt hätte.Auch Oettingers Behauptung niemand sei zu Tode gekommen ist durch nichts zu decken, denn mindestens ein von Filbinger unterzeichnetes Todesurteil ist zweifelsfrei nachgewiesen und das schon seit 30 Jahren. Es ist ja schließlich nicht so als sei der Fall Filbinger in all den Jahren nicht ausführlich dokumentiert worden.

Was also und das ist das eigentlich mysteriöse an dieser Geschichte,treibt den an sich intelligenten Günther Oettinger dazu so einen Blödsinn zu erzählen, wo er doch hätte wissen müssen, das er sich damit nur in die Nesseln setzt? War diese Rede mit Rücksicht auf den konservativen Parteiflügel notwendig, um innerparteilichen Ärger zu vermeiden? Wollte Oettinger der Familie des Toten einen Gefallen tun? Oder ist all das innere Überzeugung? Letzteres würde mich einfach nur entsetzen,würde es doch zeigen wie sehr Revision und Geschichtsklitterung noch immer in dieser Partei zu hause sind.

Was auch immer der Grund ist,diese Grabrede ist ein Skandal und Oettinger sollte schleunigst zurücktreten. Es sind in diesem Land schon Leute wegen wesentlich weniger schlimmen Dingen zurückgetreten.Eine solche Skandalrede reicht als Grund vollkommen aus.

Kommentare:

  1. Patrick aus GießenSamstag, 14 April, 2007

    "Was also und das ist das eigentlich mysteriöse an dieser Geschichte,treibt den ansich inteligenten Günther Oettinger dazu so einen Blödsinn zu erzählen, wo er doch hätte wissen müssen, das er sich damit nur in die Nesseln setzt?"

    Du hast gemäß Spiegel Online und meiner Meinung nach bereits die Antwort gegeben.
    Sowohl Rücksicht als auch direkter Einfluss des erzkonservativen Redenschreibers dürften da ne Rolle gespielt haben. Aber nichtsdestotrotz ist es höchst enttäuschend. Schließlich liest der Herr Ministerpräsident das, was er vorgesetzt bekommt und er hat sich dementsprechend bewusst für die Formulierung entschieden; es war kein Unfall. Er hat sich damit bei mir diskreditiert. Traurig, dass so die Vergangenheit in schöner Regelmäßigkeit nicht korrekt aufgearbeitet wird. Und genau so lang wehre ich mich entschieden dagegen, wie manch anderer von "Es ist genug!" zu sprechen!

    Wegen Rücktritt: natürlich sind die Medien und die daraus resultierende Eigendynamik nahezu unberechenbar, dennoch denke ich wird er den Skandal überstehen. Die Landtagswahl war ja erst letztes Jahr und bis 2011 ist es vergessen. Er hat sich allerdings mit seinem offenen Brief keinen Gefallen getan, nicht diese EINE historisch falsche Äußerung zurückzunehmen und sich eben dafür zu entschuldigen. Er wollte IMHO nicht schwach gelten. Wenn sich die Sache entgegen meiner Erwartung dennoch hochschaukelt wird er von Mighty Merkel dazu gedrückt werden...

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  2. Patrick du hast sicher recht,Oettinger wird den Skandal wahrscheinlich überstehen, aber die Sache wird einen sehr dunkelen Fleck auf seiner Weste hinterlassen. Gleichgültig welche großartigen Dinge er in seinem Politischen Leben noch reißen wird, die Geschichte wird ihn immer verrfolgen. Und das befriedigt mich irgendwie

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  3. Patrick aus GießenSonntag, 15 April, 2007

    Die Sache zieht ja auch an diesem Sommer-Wochenende weiter seine Kreise.

    Wenn man Oettingers Rechtfertigung hört, fragt man sich, wie der Mann rhetorisch so Amok laufen kann. Das dem Mann dabei nicht schlecht wird. Ich erwarte nicht von ihm, bei der Trauerrede den Verstorbenen in die Pfanne zu hauen; aber es ist schon pervers von ihm als Widerständler zu sprechen, dem leider die Kraft gefehlt hat.

    Klar, ihm wirds anhängen, allerdings ist das Volk vergesslich und der Landesvater Koch ist ja trotz Mittel des Basements hinsichtlich politischen Stils immer noch mächtig und hat Ambitionen auf das Kanzler-Dasein.

    Immerhin: einer weniger bei dem man überlegen muss ob man ihn wählen sollte.

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