Von Wiedersehen Gratis Döner und akademischen Leichen im Keller

Heute war ein recht befriedigender Tag. Ich habe es endlich mal geschafft pünktlich zu meinem Sinti und Roma Seminar aufzuschlagen, und Literaturtipps habe ich auch erhalten. Außerdem habe ich mich nach einem Halben Jahr beiderseits verschuldetem Schweigens mal wieder mit Sabrina getroffen, und mich sehr nett Unterhalten. Sonntag wird höchst wahrscheinlich gemeinsam gegrillt. Aufreger des Tages war für mich die Gratis Döner Aktion bei Sofra. Dabei habe ich noch nicht mal unbedingt etwas gegen die Idee Döner gegen Spenden abzugeben. Ich finde lediglich den Adressaten der Spende falsch gewählt. Der Erlös der Aktion geht nämlich an die Deutsche Blindenstudienanstalt.

Ich bin zwar durchaus der Ansicht das die Blista hervorragende Arbeit macht, schließlich war ich selbst dort Schüler, finde aber das diese Aktion einfach überflüssig war. Man muss bedenken dass die Blista über diverse Immobilien, und Vermögen verfügt und außerdem über diverse Stiftungen gefördert wird. Es gibt sogar eine explizite Blista Stiftung. Außerdem bekommt die Blista vom Staat für jeden Schüler einige Tausend Euro im Monat. Infolgedessen verfügt sie über einen Jahresetat der im Multimillionenbereich liegen dürfte, und ist damit vermutlich die reichste Schule in ganz Marburg. Ich finde unter diesen Umständen ist es nicht nötig zusätzliches Geld beim Charity Döner zu akquirieren.Fast schon obszön finde ich dann auch noch die Formulierung von Direktor Dunker aus der PM zur Aktion. Hier heißt es Sinngemäß, man sei Dank der Aktion "endlich" in der Lage Spielgeräte für die 5. Und 6. Klasse zu erwerben. Hier wird der Eindruck erzeugt, bei der Blista handele es sich um eine bettelarme Institution, die finanziell auf dem letzten Loch pfeift, und das in einer Schule, die ihre Schüler inzwischen standardmäßig mit Laptops ausrüstet und sie in voll vernetzten Klassenzimmern arbeiten lässt.

Ich bin der Überzeugung es hätte bei Gott einen ganzen Haufen Institutionen gegeben die den Erlös des Charity Döner wesentlich dringender benötigt hätten, zum Beispiel die Marburger Tafel, Entwicklungspolitische NGOs etc.
Ansonsten habe ich Heute endlich meinen Schweinehund überwunden,und mit der Niederschrift der als Altlast vor mir liegenden Hausarbeit zum Thema Deutsche Kriegs und Ernährungswirtschaft im Ersten Weltkrieg begonnen. Jetzt sind die ersten 3 Seiten geschrieben. Es müssen zwar insgesamt 20-25 werden, aber immerhin ist das Weiße Blatt überwunden, und ich kann ins Bett gehen, ohne das mich das schlechte Gewissen wegen der Arbeit drückt.


Genau dies werde ich gleich auch tun, und wünsche euch eine Gute Nacht.
Henning Schmidt | ,

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