Auf den Spuren der Staatssicherheit

Wie die aufmerksamen Leser dieses Blogs wissen absolviere ich dieses Semester ein Seminar zur Geschichte der Staatssicherheit. Um sich einen tieferen Einblick zu verschaffen absolvierte unser Seminar vergangene Woche eine dreitägige Exkursion nach Berlin.

Los ging es am frühen Mittwoch Morgen. Mit dem IC ging es zunächst nach Göttingen und dann weiter mit dem ICE nach Berlin Ostbahnhof. Dort angekommen brachten wir unser Gepäck in Schließfächern unter und eilten dann gleich zu unserem ersten Termin.Wir fuhren Zur Birthlerbehörde und wurden hier wirklich umfassend informiert.

Zunächst erhielten wir Basiswissen zur Behörde und ihrer Entstehung, sowie ihren Arbeitsbereichen. Es Folgte eine Diskussion mit Herrn Engelmann aus der Abteilung Bildung und Forschung,die mir erst so richtig klar gemacht hat wie gut die Stasi bereits erforscht ist.Anschließend erhielten wir eine kurze Führung durch das Archiv. Abgerundet wurde der Besuch dann noch mit Informationen über die Bildungsarbeit der Behörde in Schulen und einen recht gruseligen Stasi Schulungsfilm der aber die Methoden der Stasi im Bereich Beschattung und Festnahme von Verdächtigen gut darstellte.

Anschließend ging es dann in unser Quartier ein nettes Naturfreundehaus in Berlin Lichterfelde gefolgt von gemütlichem Essen und Trinken in einem Lokal um die Ecke

Am Nächsten Morgen ging es dann ins Stasimuseum im ehemaligen Hauptquartier des MfS in der ehemaligen Normannenstraße. Diese Führung erwies sich als besonders Spannend schließlich wandelte man hier am Originalschauplatz, Wir bekamen Einblick in eine Interne Propaganda Ausstellung des MfS,sahen kitschige Geschenke die dem Ministerium im Laufe der Jahre gemacht wurden und konnten das gut erhaltene Büro Erich Mielkes besichtigen. Nachfolgend ein paar Fotos.

Rekonstruierter Gefangenen Transporter der Stasi Häufig wurden die Fahrzeuge als Blumentransporter oder ähnliches getarnt.




Blick ins Innere des Gefangenen Transporters. Eng und ohne Licht wurden diese auch zur Desorientierung der Gefangenen benutzt die weder erfuhren was man ihnen vorwarf noch wohin sie gebracht wurden.




 Motto und Selbstverständnis des MfS bringt dieses Banner auf den Punkt.



Sozialistischer Wandteppich aus der Geschenksammlung der Stasi.


Blick in Erich Mielkes Büro.


Nach der Mittagspause ging es dann weiter zum Informationszentrum und Gedenkstätte  der Birthlerbehörde die in den Räumen des ehemaligen DDR Innenministeriums untergebracht  ist. Hier erwartete uns allerdings nicht viel  neues den alles zur Birthlerbehörde hatten wir ja schon am Tag zuvor gehört. lediglich einige technische Kreationen der Stasi waren hier ganz interessant. So zum Beispiel eine Gießkanne mit eingebautem Fotoapparat mit der auf Beerdigungen Fotos von Dissidenten geschossen wurden,

Abends teilte sich die Gruppe dann auf. Für mich bedeutete das Glühwein am Brandenburger Tor, eine Kurze Runde durch das Sonycenter und schließlich essen am Alex.Abgerundet wurde der Tag dann schließlich noch mit ein bisschen Dart  in der Kneipe vom Vortag.

Tag 3 sah dann nur noch einen offiziellen Programmpunkt nämlich die Besichtigung der Gedenkstätte im ehemaligen Untersuchungsgefängnis des MfS in Berlin-Hohenschönhausen, einem Sperrgebiet das sich bis 1990 auf keinem Stadtplan von Ostberlin fand.

Diese Führung war dann auch wirklich lohnend. Unserem Führer der selbst zweimal in Stasihaft saß gelang es die Schrecken der Stasihaft sehr gut herüber zu bringen. Diese bestanden vor allem  aus der totalen Isolation der Häftlinge,denn sie trafen nie einen anderen Häftling wofür ein Ampelsystem im Gefängnis sorgte,ihrer Desorientierung, den sie wussten nicht wo sie sich befanden und schließlich ihre Degradierung zur Nummer und andere Demütigungen. Hinzu kamen dann noch die Haftbedingungen die  Speziell bis in die 60er Jahre als das so genannte U-Boot noch in Betrieb war sehr hart waren.Auch hier einige Fotos zur Illustrierung.

 Zelle im So genannten U-Boot dem Kellergefängnis das bis 1961 in Betrieb war. In einer solchen Zelle wurden bis zu 16 Häftlinge zusammengepfercht.

 Zelle zur Wasserfolter

 Weitere Variante der Wasseerfolter . Diese komplett gummierte  Zelle wurde geschlossen und dann mit Wasser gefüllt.



 Blick in eine Zelle im Neubau- Sieht einigermaßen akzeptabel aus. Allerdings erschwerten hier Schikanen das Leben so dürfte zum Beispiel nur in einer bestimmten Position - auf dem Rücken Hände auf die Decke geschlafen werden.

Nach dieser Besichtigung war das offizielle Programm abgeschlossen und die Gruppe teilte sich abermals. Ich verbrachte die Letzten Stunden  mit einem Besuch im Pergamon Museum was sehr interessant war. Um 18:30 Uhr traten wir dann die Heimreise an und trafen am Späten Abend wieder in Marburg ein.

Fazit:

Eine aufschlussreiche und lohnende Exkursion, die mein Verständnis der Stasi vertieft und geholfen hat die verschiedenen Dimension dieser   Behörde besser zu verstehen.
 
Henning Schmidt | , ,

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