Die Dritte Front


Der Einfluss Evangelikaler Freikirchen in der Bundesrepublik steigt offenkundig Dies wird an einer Reihe von Vorfällen deutlich. Das erste mal auf den steigenden Einfluss der Evangelikalen Aufmerksam wurden die Medien im Sommer 07 als die damalige Hessische Kultusministerin Wolff dafür eintrat kreationistische Thesen im Biologieunterricht zu verankern. Nahm sich dieser Vorstoß noch eher niedlich naiv aus und wurde umgehend abgeschmettert,zeigt ein aktueller Fall wie dreist die Evangelikalen inzwischen ihre Interessen vortragen.

Die Kontroverse dreht sich um einen Artikel ,der in der aktuellen Q-Rage, der einmal jährlich erscheinenden Schülerzeitung des Netzwerks Schule Ohne Rassismus- Schule mit Courage erschienen ist. Darin setzen sich Zwei Jungautoren kritisch mit dem in diesem Frühjahr in Bremen abgehaltenen Christival , einem Jugendfestifal für Jugendliche aus Frei und Landeskrichen auseinander. Kritisiert werden dabei neben der teilweise Verfassungsfeindliche Ideologie der Evangelikalen insbesondere zwei Seminare, eines zum Thema Homosexualität verstehen-Chancen zur Veränderung, Und ein weiters mit dem Titel Sex ist Gottes Idee -Abtreibung auch? Auf ersterem sollte die Umpolung Homosexueller propagiert, auf letzterem gegen Abtreibung Stimmung gemacht werden.Während das Homoseminar nach Protesten der Bundesregierung abgesetzt wurde fand das Abtreibungsseminar unter starken Protesten statt.

Die Reaktion der Evangelikalen die in Deutschland durch die Evangelische Allianz vertreten werden war schrill. Sie polterten der Artikel sei tendenziös und forderten vom Präsidenten der Bundeszentrale für Politische Bildung Thomas Krüger, der die Ausgabe,in der sich interessante Informationen fänden, über "islamistische und evangelikale Gruppen, die wichtige Freiheitsrechte infrage stellen zuvor in einem Begleitschreiben empfohlen hatte, sich von Artikel und Schreiben zu distanzieren.

Nun sollte man denken Krüger Stärke den Jungautoren den Rücken, zumal die Vorwürfe der Evangelikalen völlig überzogen sind.Der Artikel bezieht klar Stellung, eine Eigenschaft die man bei einer Publikation für mehr Courage wohl erwarten darf. Es kommt neben Kritikern aber auch eine 19-Jährige Evangelikale namens Leonie zu Wort. Alles in allem Kein Grund auf die Forderungen der Evangelikalen einzugehen.

Indessen Erstens Kommt es anders Zweitens als man denkt,und so übte Krüger den Kotau vor den Evangelikalen und distanzierte sich Wunschgemäß.Das genügt den Evangelikalen allerdings keineswegs, und so fordern der Vorsitzende des bpb-Kuratoriums der CDU -Abgeordnete Ernst-Reinhard Beck und Hartmut Steeb von der evangelischen Allianz nicht nur eine Q-rage Sonderausgabe, sondern wollen wie die taz meldet nun auch eine eigene Publikation der bpb im Rahmen ihrer Informationen zur Politischen Bildung durchdrücken.

Ich bin über soviel Einfluss entsetzt und lehne es entschieden ab den Evangelikalen Einfluss auf die Politisch Bildung in diesem Land einzuräumen. Das wäre meiner Meinung nach in etwa so als ließe man Nazis oder radikale Islamisten auf Staatskosten Imagepflege betreiben.

Um es klar zu sagen für mich sind Die Evangelikalen neben Islamisten  Rechts und Linksextremen die Dritte oder sogar Vierte  Front gegen die sich dieser Staat zur Wehr zu setzen hat. Wer wie die Evangelikalen Schwule und Lesben bekehren will, gegen Abtreibung mobilisiert,Intelligent Design in den Schulen verankern möchte,aggressiv missioniert und sich auch sonst absolut intolerant gegenüber anders gläubigen verhält stellt letztlich Freiheitsrechte in Frage.

In der Konsequenz müssen Evangelikale Netzwerke wie der Marburger Christustreff und die Evangelische Allianz als Dachverband unverzüglich unter Beobachtung durch den Verfassungsschutz gestellt werden.

Keine Fußbreite den klerikalen Antidemokraten !
Henning Schmidt |

Kommentare:

  1. Recht so -- bin der gleichen Meinung. Mittelfristig sind die Sektierer und Eiferer auch politisch gefährlich ( siehe Bush in den USA ).

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  2. Hmmm... Helft mir mal bitte. Ich verstehe da etwas nicht. Zu den Kreationisten: Ich habe mir mal die Thesen von den Jungs von Wort und Wissen einmal angesehen. Diese sind recht genau begründet und stellen die evolutionstheorie stellenweise doch recht gut in Frage. Warum fühlen sich so viele Leute davon so angegriffen und wiederlegen diese Thesen nicht auf der sachlichen Ebene, wenn es doch nicht stimmen soll. Da könnte man doch ganz relaxed sein. Dass das in Schulen als alternative Theorie im Biologieunterricht angesprochen wird finde ich bis zu dem Punkt in Ordnung, wo es noch nichts mit einem Schöpfer zu tun hat. Ab dann wäre es Religionsunterricht.

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  3. Eine andere Frage:

    Was meinst du mit Schwule und Leben bekehren?
    Habe davon gelesen, dass es beim Christival nen Workshop oder so angesetzt war, der Menschen mit homosexuellen Neigungen helfen sollte, mit diesen zu leben ohne sie auszuleben oder sie gar los zu werden. Da bin ich auch wehemend dagegen, wenn diese Personen da zu irgendwas gezwungen werden oder so. Aber was spricht denn da gegen, wenn die Personen das so wünschen?

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  4. Hallo Heiko !

    Sorry aber ich fürchte da Kommen wir nicht zusammen

    für mich negieren Leute die Homosexualität als Krankheit Klassifizieren und heilen wollen Freiheitsrechte und sind damit Antidemokratisch. Schließlich gehört die Anerkennung verschiedener Sexueller Orientierung zu den demokratischen Grundwerten und übrigens auch zu zentralen Säulen des Grünen Programms.

    Was die Homosexuellen betrifft die Hilfe im Umgang mit ihrer Orientierung suchen sei noch folgendes gesagt. Diese gibt es sicherlich,allerdings zeigen berichte von Betroffenen das diese Seminare ihnen nicht helfen sondern viel mehr einen Akt von Gehirnwäsche darstellen. Siehe dazu diesen Artikel aus der taz: http://www.taz.de/1/leben/alltag/artikel/1/%5Cdas-ist-psychische-vergewaltigung%5C/

    Für Mich ist diese Ganze Ex-Gay Bewegung schlicht eine Legende. Wenn ein Herr Werner vom Christustreff früher Schwul gelebt hat und heute verheiratet ist, dann ist er vermutlich einfach bisexuell und hat sich für seine Hetero Seite entschieden. Mehraber auch nicht.

    Zu guter Letzt noch die Sache mit der Schöpfungslehre. Diese ist nun mal einfach nicht wissenschaftlich und hat füpr mich deshalb nix in einem wissenschaftlich ausgerichteten Fach verlorrn.

    Und zu guter Letzt natürlich ist nicht jeder Evangelikale ein Staatsfeind aber es gibt in dieser Bewegung erheblich autoritäre Kräfte.

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  5. Von der psychischen Vergewaltigung habe ich auch gelesen und war geschockt. So etwas darf es echt nicht geben und wird, denke ich auch von diesen Organisationen verurteilt.
    Dass Herr Werner, wie du ihn nennst, nun 100% hetero ist kann ich genausowenig beurteilen, wie das Gegenteil. Aber vom politisch, atheistischen Blickpunkt her betrachtet, würde ich es auch bezweifeln.
    Das Leute Homosexualität als krank bezeichnen finde ich ebenfalls nicht richtig und es darf niemend gezwungen werden sich da in irgendeiner Form zu ändern, da dies nicht geht.
    Der Hintergrund bei der Sache ist aber, dass Menschen, die an die Bibel als Wort Gottes glauben, dort lesen können, dass gelebte Homosexualität nicht im Sinne Gottes ist. Das hat aber wieder nichts mit Politik zu tun, es sei denn, wie gesagt, jemand wird von Menschen dazu gezwungen (das ist auch nicht im Sinne Gottes). Lassen wir aber Gott aus dem Spiel, da er sicher für dich keine Relevanz hat, oder? Und hier geht es um Politik.
    Zur Schöpfungslehre: Da hast du recht. Man kann keinen Schöpfer wissenschaftlich beweisen. Aber muss auch eine Evolutionstheorie Wiederlegungsversuchen stand halten um glaubwürdig zu sein. Ich bin auch der Meinung, dass es eine Evolution gibt. Nur der Ursprung und der Beginn ist unterschiedlich.
    Ja, diese authoritären Kräfte kenne ich und da bin ich mit dir einer Meinung, dass hier nicht mit einer Basta-Menthalität sondern mit sachlichen Argumenten diskutiert werden muss.
    Man sollte auf jeden Fall nicht gleiches mit gleichem vergelten und von denen die Tolleranz fordern auch diese selbst erwarten. Dazu gehört auch, dass wenn jemand, sei es aus Unwissenheit, aus Naivität oder einfach nur aus blindem Glauben Evolution als Teufelswerk deklariert, dann muss man seine Meinung erstmal akzeptieren und anschließend ihm klar machen, dass auch die Evolution ihre Beweise und Berechtigung hat (und alles umgekehrt).

    Wir sind meiner Meinung nach also doch nicht so weit auseinander mit unseren Ansichten, finde ich.

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