Ein Plädoyer für Multikulti

Seit ich am Jahresanfang angefangen habe Funkhaus Europa und das neue Radio Multicult 2.0 zu hören ist mir eines klar zu Bewusstsein gedrungen. Ich bin Multikulturalaist,soll heißen ich bin ein großer Anhänger der Idee einer Multi-kulturellen Gesellschaft.

Das hat mehre Gründe. Zu aller erst bin ich sehr interessiert an anderen Kulturen und Lebensweisen. Das dokumentieren nicht zuletzt meine Reisen der letzten Jahre. So war ich zweimal im Iran,der Türkei Marokko Israel aber auch Kroatien. Reisen in andere Länder sind einfach das Beste Mittel gegen Vorurteile und eindimensionales Denken. Außerdem stelle ich beim Besuch des Deutsch-Iranischen Kultur-Café hier vor Ort fest wie wohl ich mich im Umfeld migrantischer Kreise fühle.Andere Kulturen sind keine Bedrohung für diese Gesellschaft, sie bereichern sie. Sollte es mich doch noch einmal in eine Großstadt verschlagen würde ich gerne in einen migrantisch geprägten Kiez ziehen.

Zweitens aber ist meine Multikulturalistische Haltung auch eine Folge einer pragmatischen Sicht auf die Welt.In Zeiten der Globalisierung, in der Waren immer freier fließen und auch Menschen sich ungeachtet restriktiver Zuwanderungsregime Weltweit immer freier bewegen, kommt es einfach zwangsläufig zu ethnischen und kulturellen Vermischungen.Das National-konservative Ideal des ethnisch homogenen Nationalstaates kann in einem solchen Umfeld nicht überleben.

Deshalb wäre es vernünftiger wenn auch die Rechte in diesem Land endlich Abstand nehme von ihren Kruden Ideen Deutscher Leitkultur in die sich Zuwanderer zu assimilieren haben. Wir brauchen keine Leitkultur völlig ausreichend als gemeinsame Wertebasis sind die Artikel 1-20 des Grundgesetzes die für jeden Bürger gleich ob seine Vorfahren bereits im Teutoburger Wald gekämpft haben oder erst seit wenigen Jahren in Deutschland leben bindend sind.

Ebenso blödsinnig ist die Rhetorik welche postuliert Multikulti sei gescheitert. Meiner Meinung nach wurde es über Jahrzehnte nicht richtig versucht.Hier haben sich beide politischen Lager an der Gesellschaft und den Zuwanderern versündigt. Während die Rechten ständig argumentierten die Zuwanderer seinen Gäste um die man sich nicht zu kümmern brauche da sie ja eh bald wieder verschwinden,dachten die Linken wiederum sie täten den Migranten einen Gefallen,indem man sie beim Rückzug in ihre comunnities unterstützte und sich in grenzenloser Toleranz übte. Beides zeugt letztendlich von einem grandiosen Desinteresse an den Zuwanderern,auch wenn dieses auf der Linken durch eine Gutmenschen Attitüde überdeckt wurde.Beide Herangehensweisen waren falsch und führte zu den Problemen die wir heute haben.

Erst in den letzten Jahren setzt sich eine neue Sicht auf das Thema Integration und Multikulti durch, welche in die richtige Richtung weist. Sie begreift Multikulti als einen schwierigen Konflikt beladenen Prozess, indem es letztendlich darum geht einen Gesellschaftlichen Konsens zwischen Migranten und Mehrheitsgesellschaft auszuhandeln. Die dabei auftretenden Konflikte müssen offen ausgetragen und ausgehalten werden. Eine Demokratie wie die unsere bietet die richtigen Institutionen für diesen Konfliktaustrag.Konflikt ist also nichts zerstörerisches sondern etwas was Gesellschaften voran bringt.

Hoffnung macht dabei das mit Angela Merkel eine Konservative dieses Thema angepackt hat. Damit steigen die Chancen einer Versöhnung des Deutschen Konservativismus mit der Zuwanderung. Wenn es in den nächsten Jahren gelingt die Union weiter zu zivilisieren und ihren National-Konservativen Flügel zu marginalisieren macht das ganz neue gesellschaftliche Bündnisse denkbar.

Fazit:

Multikulti bedeutet Arbeit und Zumutungen für alle Beteiligten. Es stellt sich nicht von alleine ein, ist aber auch keine Linke Träumerei sondern längst gesellschaftliche Realität die nach entschlossener Gestaltung verlangt.Sie bietet neben Risiken auch großen Chancen der Völkerverständigung. Packen wir es an!
Henning Schmidt |

1 Kommentar:

  1. Multikulti ist ja durchaus ok, aber Integration in die deutsche Gesellschaft auch, um Bildung vermitteln zu können.

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