Krieg im Gazastreifen Versuch einer Analyse

Seit einer Woche tobt nun der Krieg im Gazastreifen, und der Welt stellen sich offenbar vor allem drei Fragen:

1. Wer hat Schuld ?
2.Kann Israel diesen Krieg gewinnen?
3. Wie kann das alles Weitergehen?

Was die Schuldfrage betrifft neige ich zu einer Haltung, die man am Ehesten mit dem Sprichwort mit den beiden Streithähnen die man beide in einen Sack stecken sollte umschreiben kann. Natürlich ist es verständlich und legitim wenn Israel den ziemlich Menschenverachtenden Raketenterror gegen Sderot und andere Städte beenden will. Ich verurteile diesen ausdrücklich. Andererseits stellt sich für mich aber immer die Frage der Verhältnismäßigkeit. Ist es Verhältnismäßig und Sinnvoll deshalb den ganzen Gazastrefen in Schutt und Asche zu legen? Ich habe da meine Zweifel.

Zweitens tragen natürlich auch die Israelis eine Mitschuld am Konflikt. Er ist die Folge einer Politik die seit 3 Jahren jeden konstruktiven Dialog mit der immerhin demokratisch gewählten Hamas Regierung ablehnt und stattdessen den Gazastrefen aushungert. Das Widerstand entsteht wenn man einen Küstenstreifen mit 1,5 Millionen Menschen dauerhaft abriegelt ist meiner Ansicht nach logisch. Politi-philosophisch konnte man sogar danach fragen ob für die Hamas nicht sogar ein legitimes Widerstandsrecht entsteht.Jedenfalls tragen für mich beide Parteien in etwa die gleiche Kriegsschuld.

Nun zu der Frage ob Israel diesen Krieg gewinnen kann.Diese Beantworte ich mit einem entschiedenen nein. Der Libanonkrieg von 2006 hat bereits gezeigt das die Israelische Armee bei asymmetrischer Kriegsführung an Grenzen stößt.Es ist fast unmöglich mit einer regulären Armee einen Gegner zu bezwingen der als Guerilla organisiert ist. allenfalls ist ein Schwächung möglich, doch selbst diese zu erreichen ist gar nicht so einfach. Wenn man Pech hat erhöht ein solcher Einsatz, wie bei der Hisbolah geschehen am Ende nur das Prestige des Gegners,ohne ihn nachhaltig zu schwächen.Eine Besetzung des Gazastreifens, welche ich als einzige Möglichkeit sehe wirklich für Ruhe zu sorgen liegt nicht im Israelischen Interesse, den dann müsste man wieder die humanitäre Verantwortung für 1,5 Millionen Araber übernehmen.

Letztlich besteht also keine Alternative zu einer Waffenruhe womit wir bei der Frage anlangen wie es eigentlich weitergehen soll. Hier sehe ich vor allem eine gravierende Änderung als essentiell an. Israel und der Westen wird seine Haltung zur Hamas ändern müssen, wenn er diesen Konflikt lösen will. Das bedeutet das konstruktive Verhandlungen mit der Hamas notwendig sind. Diese sollten neben einer dauerhaften Waffenruhe auch eine palästinensische Aussöhnung zum Ziel haben , was für Israel den Vorteil brächte es nicht mehr mit einem gespaltenen Verhandlungspartner zu tun zu haben.

Dabei ist natürlich klar das der Weg zu einem Frieden mit Hamas steinig ist. Kein Hindernis sollte dabei die Tatsache sein, dass die Hamas Israel nicht anerkennt.Dies hat die Fatah am Beginn des Oslo-Prozesses auch nicht.

Fazit:

Um diesen Konflikt zu lösen wird letztlich der Mut beider Seiten benötigt alte Verhaltensmuster zu überwinden und sich gegenseitig Brücken zu bauen. Hoffen wir das dieser bald bei beiden Parteien einkehrt damit diese gepeinigte Region zur Ruhe kommt
Henning Schmidt |

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