Papst begnadigt Holocaust-Leugner

Eines Vorweg. Ich bin Atheist,und Anhänger eines konsequenteren Laizismus.Zölibat ist für mich Strukturelle Gewalt,den Papst nenne ich auch gerne mal den Herren Großinquisitor und Evangelikale sind für mich tendenziell Verfassungsfeinde. Kurz und Gut ich halte nicht all zu viel von Kirche und Religion.

Insofern ist es Schwierig für mich über Kirche zu schreiben ohne in wütende Antiklerikale Brandreden zu verfallen.Deshalb versuche ich es jetzt mal mit so etwas wie Ironie. Ich mag diesen Papst bei genauer Betrachtung eigentlich doch ganz gerne, den er ist zwar ein reaktionäres Arschloch aber das wenigstens Konsequent und mit System. Er sieht Im Koran gerne mal nur Krieg und Vernichtung, wie in seiner natürlich nur versehentlich gehaltenen und böse Missverstandenen Rede in Regensburg, macht die Gender-Theorie für den Untergang der Familie verantwortlich, wettert gegen Schwule, macht eine Zentrale Reform des Zweiten Vatikanischen Konzils rückgängig, indem er Die Predigt auf Latin wieder einführt, oder lässt in Fürbitten für die Erlösung der Juden beten. Toll! Ein Mann geht seinen Weg und führt die Kirche zurück ins Mittelalter.

Da ist sein Jüngster Schritt nur Konsequent jetzt auch vier Gesinnungsgenossen der erzkonservativen "Priesterbruderschaft Pius X wieder in die Kirche aufzunehmen.Die hatte Johannes-Paul ll 1988 aus der Kirche raus geworfen weil sie die Beschlüsse des Zweiten Vatikanischen Konzils nicht anerkannten. Das heißt sie beharrten auf der Lateinischen Messe, was ja jetzt kein Problem mehr ist , und lehnten jeden Interreligösen Dialog,Insbesondere die Aussöhnung mit den Juden ab. Da überrascht es nicht, dass sich mit Richard Williamson auch ein Knallharter Holocaust-Leugner unter ihnen findet. Dieser behauptet,das nur 300.000 Juden in KZs umgekommen seien, von denen aber niemand vergasst worden sei. Eine konsequente Haltung für einen Katholischen Extremisten , den wer das Zweite Vatikanische Konzil nicht anerkennt hält auch noch an der bis dahin geltenden Lehrmeinung fest, dass die Juden Jesus ermordet haben, und auch ansonsten für das Unglück der Christenheit verantwortlich sind.

Der Vatikan sagt dazu nur das Williamsons Holocaust-Leugnung zwar Anfechtbar sei, für die Aufhebung der Exkommunikation aber keine Rolle spiele. Das mag zwar rein Kirchenrechtlich stimmen, setzt aber ein moralisch verheerendes Signal. Wo kommen wir den als nächstes hin, wenn jetzt Antisemiten wieder offensiv in die Kirche reintegriert werden. Genau gesehen pflegt der Papst ja hier nur Jahrtausende alte Tradition. Jeder Katholik mit Anstand müsste aber spätestens jetzt aus diesem Laden austreten.

Bei einer Sache können wir uns Sicher seien. Das ist nicht das Ende. Bislang hat dieser Papst immer wenn man dachte der Höhepunkt in Sachen Rückwärtsgewandheit sei erreicht nachgelegt. Ich freue mich schon auf den nächsten Streich aus der Reihe Benedikt gegen die Moderne.

Via FR
Henning Schmidt |

Kommentare:

  1. Hier geht es wohl darum, die Schäfchen in der Kirche zu halten und keine Konkurrenz wachsen zu lassen ( siehe Artikel im Spiegel )sowie um die heimliche Liebe zur vergangenen Ritualen und Machtansprüchen.
    Alle Christen, die nicht in der katholischen Kirche sind, sind aus Sicht des Papstes ohnehin Ketzer und damit auf einer Stufe mit Nichtgläubigen wie Muslims, Juden, Atheisten etc.

    AntwortenLöschen
  2. Man merkt dir deinen extremen Kirchenhass schon an deinen vielen Tippfehlern an... ;-)

    Aber: Das Leugnen des Holocaust ist keine Sache, die die Kirche beurteilen kann oder darf. Es mag verwerflich und moralisch fragwürdig sein, in manchen Ländern auch strafbar, aber es fällt schlicht und einfach nicht in den Aufgabenbereich der Kirche. An dieser Stelle forderst du etwas von der Kirche, was du ihr an anderer Stelle aktiv absprichst: Eine Einmischung in weltliche Angelegenheiten.

    AntwortenLöschen
  3. Das ist mir zu einfach Raf. Die Leugnung des Holocausts ist kine Angelegenheit wie etwa die Frage wie weit der politische Einfluss der Religion reichen darf, sondern eine Moralische Frage. Keine Institution definiert sich dermaßen über Moral wie die Kirche. Wenn sie es wirklich ernst meint mit inter religiösem Dialog muss sie sich von solchen Antisemiten abgrenzen, sowohl aus praktischen wie moralischen Gründen.

    Durch das zurückziehen auf rein theologische Argumente macht sich die Kirche und im Übrigen auch du Gemein mit Antisemiten, mal ganz abgesehen davon dass sich sicher auch theologische Argumente finden um sch von solchen Umtrieben zu distanzieren,sonst wären sie ja nicht ausgeschlossen worden.

    AntwortenLöschen
  4. Also dass ich ein Antisemit bin, halte ich dann doch für etwas übertrieben. Ich kenne die genaue Begründung der Exkomunikation nicht, aber ich glaube nicht, dass die Leugnung des Holocaust der Grund war. Eher die Ablehnung der Ergebnisse des 2. Vatikanischen Konzils.
    Ich bleibe bei meiner Ansicht, dass die Leugnung des Holocaust verwerflich ist, jedoch nicht als Grund zur Exkomunizierung ausreicht.
    Bei deiner Argumentation lässt du dich zu sehr von deinem Kirchenhass und einer zu selbstgerechten Position gegenüber Antisemitismus hinreißen und verlierst die Logik völlig aus dem Blick.

    AntwortenLöschen
  5. Natürlich bist du kein Antisemit, aber zumindest tollerierst du mit deiner Haltung antisemitische Haltungen in deiner Kirche.Ich argumentiere vor allem moralisch während du rein formal juristisch argumentierst. Das ist der Unterschied zwischen uns beiden. Ob es Selbstgerecht ist wenn man es ekelig findet wenn ein noch dazu ein Deutscher Papst Antisemiten in die Kirche holt lasse ich mal dahin gestellt. jedenfalls ist es ein Zeichen wie wenig Sensibilität der Deutsche Papst gegenüber der Deutschen Geschichte und den Empfindungen der Jüdischen Gemeinde aufbringt

    AntwortenLöschen
  6. Sorry, wenn ich mich hier mal einmische...

    Ein Holocaustleugner, der wieder in die katholische Kirche aufgenommen wird ist in sofern schonmal ein aufsehen erregendes Ereignis, weil in der neueren Geschichte der katholischen Kirche eine Exkommunizierung vielleicht einmal alle Schaltjahre vorkommt und einen wirklich schlimmen Verstoß vorraussetzt. Aber nur weil der Papst keine Mittel hat um diesen Vollhorst (Seelig sind die geistig Armen!) aus der Kirche auszuschließen, heißt das noch lange nicht, dass alle Katholiken mit ihm gleichgesetzt werden! Nur, weil es in der CDU Mitglieder mit rechtsextremen Ansichten gibt, ist noch lange nicht jeder CDUler ein Nazi (umgekehrt bei der SPD die linken Aufwiegler). Parteien haben eine politische Verantwortung genauso wie die Kirche eine moralische hat. Und trotzdem gehst du vermutlich wählen oder? Macht dich das zu einem Mittäter?

    Verantwortung kann nur in sofern wahrgenommen werden, als das man die nötigen Kompetenzen dazu hat, und diese sind nunmal nicht gegeben...

    Auch wenn es in manchen Themen etwas zu voreingenommen geschrieben ist: Interessantes Blog, da les ich doch gleich mal mit...

    LG Ulenspiegel

    AntwortenLöschen
  7. Hallo Ullenspiegel

    Natürlich ist nicht jeder Katholik ein Antisemit, und nicht jeder der ein Partei trotz seltsamer Mitglieder wählt ist Mittäter. Wichtig ist aber eben der Moralische Aspekt,und ich finde schon das sich jeder Katholik selbstkritisch fragen sollte ob er es moralisch verantworten kann in einer derart reaktionären und in Teilen Antisemitischen Institution Mitglied zu sein.

    Genauso sollten Parteigänger immer wieder überprüfen ob sie in einer Partei noch zuhause sind. Für mich sind zum Beispiel durchaus Situationen denkbar die mich zwingen aus den Grünen aus zutreten.Insofern niemand ist Mittäter aber kritische Begleitung sollten menschen schon hinkriegen.

    Ps Freut mich das dir das Blog gefällt und hoffe das du dich noch öfter zu Wort meldest.

    AntwortenLöschen
  8. So, da möchte ich doch auch noch mitmischen! :-)
    Man muss ja schon sagen, dass diese Bruderschaft doch sehr suspekt ist, und beinahe schon beeindruckend in ihrer mittelalterlichen Weltsicht. Wenn der Papst nun meint, seine Schäfchen zusammenhalten zu müssen, dann seh ich da das Problem nicht, die Bruderschaft wieder aufzunehmen, aber diesen einen Holocaust-Leugner exkommuniziert zu lassen.
    Da es eh kein Himmelreich gibt, in das er dann NICHT kommen würde, ist das zwar auch wieder egal, aber ich finde das symbolisch schon höchst problematisch, wenn ein deutscher Papst den Kerl einfach so wieder aufnimmt. Eine öffentliche Buße und Rücknahme der Aussagen wären das mindeste, was man vorher verlangen könnte. Benni XVI. war ja vorher Chef der Glaubensinquisit... öhm... kongregation, der kennt sicher noch ein paar schöne Büßer-Handlungen... ;-)

    AntwortenLöschen

Minima Responsive Design by Be KreaTief · 2013 · Based on Five by 5202 · © Content Hennings wunderbare Webwelt