Papst vertauscht Reihenfolge

Zwei Tage nach der Wiederaufnahme von vier Reaktionären Bischöfen der Priesterbruderschaft Pius X. darunter ein Holocaust-Leugner hat sich der Papst heute vom Antisemitismus und Rassenhass distanziert und seine Tiefe Verbundenheit mit dem Jüdischen Volk betont, die er sogar als seine Brüder bezeichnete. Außerdem appelierte er an die Bruderschaft die Grundsätze des Zweiten Vatikanischen Konzils anzuerkennen.Ich muss sagen das mich dieses Vorgehen schlicht verwirrt.

Abgesehen davon das ich es relativ unglaubwürdig finde erst Antisemieten in die Kirche zu reintegrieren und anschließend zu betonen wie sehr man doch Juden mag, stelle ich mir die Frage,ob der Vatikan hier nicht schlicht die Reihenfolge verwechselt. Wenn ich mit Kirchenrebellen über die Rückkehr in den Schoß der Mutter Kirche verhandele, müsste es doch eigentlich selbstverständlich sein, das die Anerkennung der Grundsätze der Mutter Kirche, also in diesem Fall die Beschlüsse des Zweiten Vatikanischen Konzils zur Bedingung mache,bevor ich die Wiederaufnahme verfüge?

Die Tatsache das der Papst sich genötigt sieht noch einmal extra an die Bruderschaft zu appellieren zeigt, dass dies Offensichtlich im Fall der Bruderschaft nicht geschehen ist. Damit ist die Katholische Kirche der wohl einzige Verein in dem man auch Mitglied sein kann ohne sich Zweifelsfrei zu seinen Grundsätzen zu bekennen. Ein bemerkenswerter Vorgang.

Quelle Süddeutsche
Henning Schmidt |

Kommentare:

  1. Und genau da liegt der Unterschied zwischen einem "Verein" und der katholischen Kirche. Einer der Grundsätze ist nämlich die Vergebung. Und egal wie schlimm ein Sünder gehandelt hat, die Kirche hat trotzalledem die Aufgabe sich um ihn zu kümmern. Und wenn er sich schon in die katholische Kirche "reintegrieren" lässt, zeigt das ja auch seinen Willen zur Buße und zur Besserung.

    Natürlich steht hier auch öffentlicher Druck dahinter, aber ich denke, dass vorher schon ein privater Schriftverkehr stattgefunden hat und das ganze jetzt öffentlich gemacht wurde, um die Presse zu beruhigen.

    Und wo liegt das Problem Menschen mit anderer Meinung in die Kirche aufzunehmen? Ich bitte dich, vermutlich bist du einer der ersten, der schreit dass die katholische Kirche viel zu konservativ und altmodisch sei und schon gar keine anderen Meinungen anerkennt. Natürlich beziehe ich mich hier nicht auf den Antisemitismus (Aber auch hier muss sich die Kirche, weil sie eben Kirche und kein Verein ist, mit verschiedenen "Meinungen" auseinandersetzen können...), sondern auf die Annahme des 2. vat. Konzils. Innerhalb der Kirche gibt es viele Papstkritische und Religionstheoretisch-humanistische Bewegungen und Vereine... Auch wenn das nach außen hin gar nicht so rauskommt. Katholische Jugendverbände verteilen zum Beispiel Kondome auf Parties mit dem eigenen Logo drauf, usw. Ich selbst bin Mitglied in der KSJ (hiermit oute ich mich, ich bin auch wenn ich kein papsttreuer Allesglauber bin, Katholisch und stolz drauf^^) und wir reden viel über solche Themen. In unserer Satzung, steht sogar, dass wir immer kritisch denken und handeln sollen und alles hinterfragen sollen. Das gilt nicht nur für unsere politische Meinung sondern auch für die religiöse. Nicht alles hinzunehmen was von oben diktiert wird gehört dazu (passiert ja zum Glück nich mehr allzu häufig...).

    LG Ulenspiegel

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  2. Das es unterschiedliche Strömungen gibt ist mir völlig klar, dennoch finde ich es seltsam das hier Der heilige Stuhl der ja nicht davor zurückschreckt liberalere Geister die von der Lehrmeinung abweichen aus der Kirche zu werfen, siehe zum Beispiel den Befreiungstheologen Leonardo Boff, einem Stock Konservativen Antisemiten aber kein klares Bekenntnis zum Konzil abverlangt. Außerdem Frage ich mich warum man den Brüdern keine öffentliche Buße oder williamson in den letzten Tagen wenigstens eine Entschuldigung abpresst.Dies Wäre nämlich das mindeste.

    Ansonsten Respektiere ich Katholische Laien und Basisbewegungen wie Wir sind Kirche oder Kirche von Unten absolut.Vieles von dem was da gefordert wird findet meine Zustimmung. Die Tragödie besteht nur darin, dass solche Organisationen nie bis zur Kirchenspitze durchdringen, und somit der Eindruck einer tief Reaktionären Organisation übrig bleibt.


    Grüße

    Henning.

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