Wie Israel die Junge Diaspora umwirbt

Beleuchtet der Freitag in einem netten Artikel.Dabei wird die US-Organisation Birthright Israel die Kostenlose Reisen durch Israel für junge Diaspora Juden anbietet um ihre Bindung an die Zweite Heimat Israel zu stärken.Die Organisation ist dabei überzeugt, dass Assimilation heute eine größere Bedrohung für die Juden als Antisemitismus ist, eine zweifelhafte Position.

An sich finde ich solche Reisen nicht schlimm. Kritik würdig finde ich aber das die Arabische Seite Israels von Birthright Israel komplett ausgespart wird. Dieser schritt macht es meiner Meinung nach unmöglich die ganze Komplexität dieses Landes zu erfassen. Immerhin sind 20% aller Israelis Araber. Dieser Umstand macht aus Brigthligt Israel eine klar positionierte PR. Für Israel hat das Programm ganz klar den Sinn Auswanderer zu Gewinnen. schließlich ist Israel im Demographischen Wettlauf mit den Palästinensern auf jeden Juden der sich irgendwo auftreiben lässt. angewiesen.Offenbar klappt das auch ganz gut, den von den rund 200.000 Teilnehmern die bisher das Programm durchlaufen haben ließen sich 10.000 in Israel nieder.Immerhin 5% Erfolgsquote.

Die PR geht unterdessen auch mal nach hinten los wie das Beispiel der Studentin Laura Gordon aus Pittsburgh,zeigt die nur einige Monate nach ihrer Teilnahme an einer Birthright-Tour zu einer Sprecherin des "International Solidarity Movement" wurde, einer pro-palästinensischen Organisation, die sich dem gewaltlosem Widerstand "gegen die israelische Besatzung" verpflichtet fühlt .

Auch nicht unerwähnt soll Birthright Unplugged bleiben diese Organisation leistet genau das was an Birthright Israel zu kritisieren ist, das heißt sie organisieren Reisen für Junge Juden die ins Westjordanland und den Gazastreifen führen und so die Arabische Seite einbeziehen. Außerdem veranstaltet Birthright Unplugged Reisen für Kinder aus den Besetzen Gebieten in die ehemaligen Heimatdörfer ihrer Familien in Israel, eine Maßnahme die sicher zur Aussöhnung beitragen kann.

Für interessierte Deutschsprachige Juden gibt es hier Infos zu den Reisen.


Henning Schmidt |

Kommentare:

  1. Seh dich nicht online, daher im Kommentar der Hinweis, dass die Quote dann doch nur 5% ist, nicht 20%. Interessanter Artikel.

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  2. Zum Thema "Diaspora" war dieser Artikel auch sehr schön:

    http://www.fr-online.de/in_und_ausland/kultur_und_medien/feuilleton/1666259_Geschichte-ist-Konstruktion.html

    Ich frag mich immer, warum man da unbedingt in die Wüste ziehen muss, wo man dann auch noch mit Raketen beschossen wird, nur weil es da vor 3000 Jahren ein tolles Königreich gab... Religion ist schon seltsam... ;-)

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  3. Naja, mittlerweile ist das lange nicht mehr nur Religon, sondern auch stark eine Frage von Nationalismus. Ich denke, dass die Religion da eher vorgeschoben wird, um seine Interessen durchzusetzten.
    Und mittlerweile braucht man nicht mehr darüber nachzudenken, ob und warum Leute "in die Wüste" ziehen. Israel ist seit 60 Jahren umkämpfte Realität und wird es - gerade nach/während des Gazakrieges - wohl noch lange bleiben.
    Sollte es jemals Frieden geben, dann nur wenn alle zentralen Teile beider Seiten aufeinander zugehen und miteinander reden anstatt aufeinander zu schießen. Aber das ist zur Zeit leider nur ein frommer Wunsch (im übertragenen Sinn - Gott wird uns dabei nicht helfen ;)

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