Zum Verhältnis von Zionismus und Gewalt


Ergänzend zu Noam Chomskys Ausführungen zum Gaza Krieg sei noch auf einen weiteren Artikel aus dem hervoragenden Angebot des Deutschen Znet Ablegers verwiesen. Unter dem Titel Legitimiert der Zionismus  jede Art von Gewalt? setzt sich der Israelische Jorunalist Gideon Levy, mit dem Verhältnis zwischen Gewalt und Zionismus,sowie dem Zustand  der Israelischen Linken auseinander.


Levy betrachtet die Israelische Linke bis auf marginalisierte Reste die er in der Partei Hadasch, der Friedensbewegung  Gush Shalom und ähnlichen Gruppen identifiziert als tot an. Er konstatiert ein Hegemonie der Rechten über das was Zionismus ist, und fordert den Zionismus quasi in einem Friedens bejahenden Sinne von Links  neu zu interpretieren. Dabei sieht er richtigerweise keinen Widerspruch zwischen der Bejahung eines Jüdischen Staates und dem Aufbrechen Zionistischer Tabus.Zitat:

Es ist zulässig, kein Zionist zu sein, so wie er heute definiert wird. Es ist zulässig, davon überzeugt zu sein, dass die Juden ein Recht auf einen Staat haben und doch gegen einen Zionismus zu sein, der sich mit Besatzung befasst. Es ist zulässig, davon überzeugt zu sein, dass das, was 1948 geschah, auf die Tagesordnung gesetzt werden sollte, dass man sich für die Ungerechtigkeiten entschuldigt und versucht, die Opfer zu rehabilitieren. Es ist zulässig, vom ersten Tag an, gegen einen unnötigen Krieg zu sein. Es ist zulässig zu denken, dass die Araber Israels, die selben Rechte verdienen wie die Juden, kulturell, sozial und national. Es ist zulässig, beunruhigende Fragen über das Image der IDF als einer Besatzungsarmee zu stellen, und es ist sogar zulässig, mit der Hamas reden zu wollen. Wenn man will ist dies Zionismus.

Ich Stimme Levy hier Vorbehaltlos zu. Die Frage ist nur wer Träger eines solchen Wandels sein soll. Mein Vertrauen in die Israelische Zivilgesellschaft habe ich ehrlich gesagt ziemlich verloren. Dennoch ist zu hoffen, dass in Israel bald die Erkenntnis reift, dass der alte auf Expansion ausgerichtete Zionismus in eine dramatische Sackgasse geraten ist, die für den Staat Israel auf Lange sicht existenzbedrohend ist. ( Vgl. Mosche Zuckermann Zionismus in der Sackgasse).

Diesen Konflikt "gewinnt" derjenige mit der Längeren Perspektive,und die haben eindeutig die Palästinenser, die auch Demographisch im Vorteil sind. Kommt es nicht in absehbarer Zeit zur Trennung wird der Jüdische Charakter Israels bald zum Teufel sein.    
Henning Schmidt |

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