Der Flüchtling darf nicht zu dick sein

titelt die taz und berichtet von einem weiteren absurden Fall aus dem Kosmos des Deutschen Asylrechts. Aboubacar Wan ist Bürgerkriegsflüchtling aus Sierra Leone. Vor Vier Jahren erkrankte er an Diabetes. Eigentlich ist das nach Deutschem Recht ein Abschiebehindernis. Nicht so für die Behörden in Thüringen. Sie empfehlen wan einfach mehr Bewegung und argumentieren  Die Aussichten für ihn seien in seiner Heimat sogar besser,den die Ernährung sei dort schließlich nicht so Kalorienreich.Meiner Meinung nach ist das  widerlicher  Zynismus dem Deutsche Gerichte aber bereitwillig folgen.

Das Amt ist auch bereit dem Flüchtling sein Insulin in Sierra Leone zu bezahlen. Dumm nur, dass das Auswärtige Amt  Sierra Leone im Internet als Land mit einer "hoch problematischen" medizinischen Versorgung, mit nur wenigen akzeptablen Apotheken beschreibt. Es stellt sich die Frage, wo der Arme  Mann sein Insulin überhaupt her bekommen und zu welchen Ärzten er gehen soll .

Außerdem wird die Kostenübernahme daran geknüpft das Wan nicht dick werden darf. Er muss so das Gericht im Bereich eines Normalgewichts bleiben. Das bedeutet bei 1,79 Metern Körpergröße Größe minus 100 erhöht um höchstens 10 Prozent. Aufgrund der weniger Kalorienreichen Ernährung in seinem Heimatland besteht hier ja sicher keine Gefahr.

Ich frage mich ob hier ein Prinzip an einem Flüchtling erprobt wird, das dann später in die Krankenversicherung übertragen wird. Forderungen solcher Art gibt es ja immer wieder. Sollte dies irgendwann mal passieren wäre das Solidarprinzip der Krankenversicherung endgültig dahin,und ehrlich gesagt traue ich dies dieser Gesellschaft,die alles nur noch mit der Ökonomischen Brille sieht ohne weiteres zu.

Ansonsten schäme ich mich mal wieder nur dafür Deutscher zu sein. Ein wirklich funktionierendes humanes Asylrecht gibt es in diesem Land seit 1993 nicht mehr.
Henning Schmidt | ,

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