Von der Schwierigkeit ein guter Mensch zu sein !

Am Rande des Grillens über das ich im letzten Post berichtet habe kam es zu einer Diskussion über die Doppelte Staatsbürgerschaft,das Asylrecht und Illegale Einwanderung. Mein Freund Bassi warf mir dabei etwas vor was mich doch ein wenig ins Nachdenken gebracht hat.

Er sagte ich würde mich zwar über das Schicksal von Asylanten und Afrikanern echauffieren, auf der anderen Seite aber über Obdachlose aufregen. Er meinte sich an eine konkrete Situation zu erinnern wo ich wohl recht schnell zwischen Afrika Solidarität und Obdachlosen Bashing umgeschaltet haben soll.Ich kann mich daran nicht erinnern,es mag aber so gewesen sein.

Ich für meinen Teil muss sagen das ich Obdachlose in der Regel ignoriere. Ab und an gebe ich auch etwas wenn mich ein Obdachloser, oder politisch korrekt Wohnungsloser höflich um etwas bittet. Was ich nicht ab kann sind besoffene und vor allem Aggressive Menschen.Das gilt aber ganz unabhängig von der Frage der Wohnungslosigkeit.

Bin ich deswegen ein inkonsequentes Arsch, das seine moralische Glaubwürdigkeit verloren hat? Ist man nur dann ein Guter Mensch und Guter Linker wenn man jedem Bettler freundlich etwas Geld in den Hut wirft? Ist das nicht auch nur ein billiger Ablasshandel? Wenn dem so ist was kann man dann tun um sich richtig zu verhalten?

Ich weiß es nicht.Ich werde mich allerdings bemühen die Dimensionen der Armut in Deutschland zukünftig besser und ausgewogener in meine Sicht auf die Welt einzubeziehen. Vielleicht kriegen in Zukunft auch mehr Obdachlose ein bischen Kleingeld von mir.
Henning Schmidt |

Kommentare:

  1. Ich denke, so einfach kann man das ganze nicht sehen. Mir ging es jetzt auch nicht darum, dich als schlechten Menschen darzustellen, sondern dich nur auf den Umstand hinzuweisen. Ich finde, dabei ist die Frage, warum man sich um etwas kümmert, ein sehr wichtiger Punkt: Bedeuten dir die Menschen in z.B. Afrika mehr, weil dich die Politik stört, weil dich der Umgang der westlichen Gesellschaft mit diesem Thema stört, weil es ihnen deutlich schlechter geht, als den Menschen hier, oder weil dich generell das Leid der Leute stört. Das sind wohl auch nur ein paar Gründe. Ich finde es nur immer etwas komisch, wenn Leute sich über die Mißstände in fremden Ländern aufregen und nichts gegen die Mißstände vor ihrer eigenen HAustür unternehmen, ja diese sogar noch durch ablehnung und ignoranz verschärfen. Das macht einen nicht wirklich zu einem schlechten Menschen, denn man kann sich einfach nicht alle Probleme dieser Welt auf die Schultern laden, ich denke nur, man sollte sich bewußt sein, wenn man so handelt.
    Das gesagt, bin ich sicher noch ein viel schlechterer Mensch, da ich eigentlich nie etwas gebe und viel zu viele Menschen mit verachtung oder noch schlimmer ignoranz strafe. Das liegt gar nicht daran, aus welcher Schicht die Leute kommen, oder wie sie aussehen, sondern eher an meiner generellen Abneigung gegen Menschen. ;-) Aber ich glaube es ist etwas zu viel, hier jetzt noch meinen verkorksten Standpunkt darzustellen.
    Mein Zeil war es da auch eher, dich mal zum nachdenken zu bringen und ich glaube das habe ich geschafft.

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  2. Ob man Bettlern oder Obdachlosen etwas Geld zukommen lässt, hat gar nichts mit der Frage "Bin ich ein guter Mensch?" zu tun. Das "Elend" dieser Gruppe muss sehr differenziert betrachtet werden. Es reicht von organisierten reichen "Bettlerbanden" bis "unschuldig Obdachlosen", wobei die Umstände, warum jemand Obdachlos geworden ist, im Einzelfall zu hinterfragen sind hinsichtlich des Eigenbeitrags. Fazit: Kein Geld geben, da sinnvoller Einsatz des Gelds höchst unwahrscheinlich.

    Auch in Entwicklungsländern soll man Bettlern kein Geld geben, da die Selbsthilfge dadurch nur gebremst wird und die eigentlich Bedürftigen nicht betteln (Stolz!).

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  3. Ich denke, ich muss da Butscharoni Recht geben. Es ist egal, ob man Menschen nun etwas gibt, oder nicht. Es ist eher wichtig, dass man sich darüber bewusst ist, warum man gibt und dass es da durchaus noch ne ganze Menge anderer Leute gibt, mit deren Situation man durchaus eher etwas zu tun hat, als mit der einer in den Medien gerade populären Gruppe.

    Was den Standpunkt des gar nichts gebens angeht: Fragwürdig finde ich diese Position vor allem, weil sie im negativen Sinne pauschalisiert. Nur weil es Personen gibt, die betteln, obwohl sie nicht bedürftig sind, ist es ziemlich vermessen, einfach bei allen bettelnden davon auszugehen. Das Motto: "Lieber gar nichts geben, anstatt jemandem der es nicht verdient hat, etwas zu geben" ist zumindest für mich Ausdruck einer Mentalität, mit der ich nicht konform gehen will. Vor allem, weil es sich ja um Geldbeträge handelt, die für die wenigsten wirklich signifikant sind. Auch die Frage der Eigenverschuldung zu stellen, ist in diesen Situationen äußerst zynisch. Man könnte genausogut Bergarbeitern ihre Staublunge oder Soldaten ihre Kriegsverletzungen als Eigenverschuldn vorwerfen. Leider werden solche Urteile meist von Personen gefällt, die nicht einmal ansatzweise eine Vorstellung von der Situation der Verurteilten haben.

    Oh und es heißt entweder der Arsch oder das Arschloch ;-)

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