Iranischer Wahlkampf versinkt in Chaos und Gewalt

Berichtet  die Financial Times Deutschland  Die Überschrift ist drastisch gewählt, und suggeriert, das ganze Land drohe destabilisiert zu werden.Ganz so schlimm ist es nicht, allerdings lenken eine Reihe von Anschlägen in der Unruheprovinz  Sistan und Belutschistan den Blick auf gewise Fliehkräfte, welche die Islamische Republik von innen gefährden.In Sistan Belutshistan kämpfen bereits seit längeren bewaffnete sunnitische Rebellen gegen de Schiitische Regierung in Teheran. Außerdem gibt es auch erhebliche Spannungen in den Kurdengebieten.

Man sollte bei der Betrachtung des Irans nicht vergessen, das es sich keineswegs um einen homogenen Nationalstaat handelt. Die Iraner stellen mit 51% zwar die Mehrheit, die restlichen 49% verteilen sich  aber auf diverse Minderheiten. als da wären :

24%  Aserbaidschanern,
8 % Gilaki und Mazandarani,
7 % Kurden
3 % Araber
2 % Turkomanen,
2 % Luren,
2 % Belutschen und einigen kleineren Minderheiten, wie christliche Armenier, Assyrer, Georgier sowie Juden

Dies macht deutlich das im Iran eine ganze Menge Potenzial für ethno-Politische Konflikte schlummert. dieses muss nicht gewaltsam zum Ausbruch kommen, das Beispiel Sistan Belutshistan zeigt aber wohin eine gewaltsame Konfliktaustragung führen kann.Man sollte diese Konflikte auf alle Fälle im Auge behalten.

Davon abgesehen ist es aber spannend zu sehen wie sich der Wahlkampf entwickelt.Wie die FTD weiter berichtet hat der Amtsinhaber nunmehr für die in wenigen Tagen anstehenden Fernsehduelle angekündigt angeblich spektakuläres zu enthüllen, was die letzten 3 Regierungen des Iran diskreditieren soll. In diese Zeit fallen dann auch die 80eer in den der aussichtsreichtse Oppositionskandidat Mousavi das inzwischen abgeschaffte Amt des Ministerpräsidenten inne hatte,Für mich zeigt dies vor allem wie nervös das Konservative Lager ist. Man muss schon ziemlich verzweifelt sein, um sich auf ein derart niedriges Wahlkampfniveau herabzulassen.

Wahrscheinlich wird die Wahl durch zwei Faktoren  entschieden, nämlich a)  dadurch  in wie weit es den Reformern gelingt ihre Anhänger an die Urne zu bringen, und b) dadurch inwieweit das Regime im Zweifel zur Wahlfälschung bereit ist. Spannend bleibt es aber auf alle Fälle bis zum Schluss. Wahlen in autoritären Systemen sind bisweilen unberechenbar    
Henning Schmidt |

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