Ränkespiele im Gottesstaat

Wenn man die Hintergründe der gegenwärtigen Ereignisse im Iran verstehen will, hilft es sich klar zu machen,dass der Iran ein Polyzentrisches System mit einer Vielzahl von Akteuren ist. Da gibt es Den Obersten Geistigen Führer Chameni, den Wächterat, den Expertenrat , den Schlichtungsrat in welchem Musawi Sitz und Stimme inne hat, sowie natürlich klassisch Republikanische Institutionen wie man sie aus Demokratien kennt. Eine überragende Rolle nimmt dabei Chamenei ein, der sich allerdings mit anderen Entscheidungsträgern im System befehdet.

"Er ist nicht nur eine Person. Er ist das Zentrum eines "Sammelbeckens der Macht"

so der Islamwissenschaftler Mehdi Khalaji, der einen lesenswerten Artikel für die Washington Post geschrieben hat.


Wie hier die Frontverläufe sind macht ein sehr informativer Artikel von Behrouz Khosrozadeh klar. Man lernt, das dass Trio Kahmanei Moussavi und Ex-Präsident Rafsandschani sich nicht nur seit Anbeginn der islamischen Republik kennen, sondern sich auch seitdem mit Inbrunst bekämpfen. ursprünglich gehörte auch Ayatollah Mohammad Hosseini Beheschti zum selben Zirkel, der wurde allerdings bereits 1981 ermordet .Der Artikel gibt einen guten Einblick in die Geschichte Dreier politischer Karieren und der islamischen Republik und bewertet zugleich die aktuellen Kräfte Verhältnisse zwischen Reformern und Hardlinern.

Dabei scheint sich insbesondere Die Lage Chameneis zu verschlechtern. Bahman Nirumand, meiner Wahrnehmung nach so etwas wie die Graue Eminenz deutschsprachiger Iran Analytik schreibt in der taz jedenfalls das heute Bereits auf den Sraßen Teherans Forderungen nach einer Absetzung des Revolutionsführers aufgetaucht seinen. Auffällig ist auch, dass sich bisher die meisten geistlichen Würdenträger geweigert haben dem angeblichen Wahlsieger Ahmadineschad zu grautilieren. Es erscheint also nicht gänzlich ausgeschlossen, dass es dem Lager um Mussawi gelingen könnte einen relevanten Teil der Theokratischen Elite auf seine Seite zu ziehen.

Rein institutionell hätte die Islamische Republik ein entsprechendes Gremium, welches zur Absetzung des Revolutionsführers befugt wäre vor geshen. Dies Aufgabe käme dem Expertenrat zu.Vorsitzender dessselben ist übrigens niemand anderes als Rafsandschani Bisher allerdings galt ein solcher Schritt als nahezu ausgeschlossen er wäre also ein ungeheurer Tabubruch, zugleich aber auch ein möglicher friedlicher Ausweg aus der Staatskrise.Ebenso möglich ist aber immernoch ein Blutbad, welches aber so Nirumands These allenfalls eine kurzzeitige Atempause für das Regime bedeuten würde.
Henning Schmidt | ,

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