Weichenstellungen

Student sein ist ein sehr angenehmer und lehrreicher Lebensabschnitt.Dies gilt insbesondere dann,wenn man wie ich das Glück hat aus ökonomischen Verhältnissen zu stammen, die einen weder von Bafög abhängig machen, noch zum Jobben zwingen, wobei der perfekte Studentenjob für einen Schwerbehinderten wie mich vermutlich eh noch gebacken werden muss. Dummerweise geht so ein Studium selbst wenn man es eher gemächlich angeht irgendwann dem Ende entgegen.Nun ist es auch bei mir soweit,und es vollziehen sich wichtige Weichenstellungen für das Finale meines Studiums

Dieses Semester stehen zunächst die letzten Beiden Scheine auf dem Programm, einer in Politikwissenschaft und einer in Friedens-und Konfliktforschung . Diese sollen durch Hausarbeiten zu den Themen Die Außenpolitik der Nixon/Kissinger Administration im Nahen Osten und Opposition und Zivilgesellschaft in Ägypten realisiert werden. Ist das geschafft fehlt dann noch die Bescheinigung über ein Praktikum und ein etwa 4 seitiger Praktikumsbericht .Fertig sein muss das alles bis spätestens Mitte Januar, dem nächsten für mich erreichbaren Meldetermin zur Magisterprüfung.

Unterstellt das ganze Klappt, woran ich derzeit noch gewisse Zweifel hege, beginnt dann ab Mitte Februar 2010 die Bearbeitungszeit für meine Magisterarbeit. ich habe zwar noch kein Thema aber mit Professor Rachid Ouaissa immerhin schon mal einen Prüfer.

Fertig sein muss die Arbeit dann nach 9 Monaten also bis Mitte November 2010. Dem schließen sich dann noch 5 mündliche Prüfungen an, die binnen 3 Monaten abgeleistet werden.Daraus ergibt sich dass ich nach jetzigem Zeitplan voraussichtlich im Februar 2011 nach dann 15 Semestern mit dem akademischen Grad eines Magister Artium aus der Universität entlassen werde.

Was danach kommt steht völlig in den Sternen. Ich hätte unter Umständen Lust an der Uni zu bleiben und als Wissenschaftlicher Mitarbeiter meine Brötchen zu verdienen, die Chancen das ausgerechnet ich eine der sehr rar gesäten Stellen bekomme müssen aber als gering beurteilt werden, den dafür braucht man Seilschaften und Kontakte über die ich nicht verfüge.

Auch den Journalismus früher mal ein klassisches Arbeitsfeld von Geisteswissenschaftlern beurteile ich eher skeptisch. Schließlich befinden sich die Medien gerade akut im Umbruch und bauen eher Stellen ab als auf. Außerdem bin ich hier der Konkurrenz Tausender ausgesetzt die teilweise schon während ihres Studiums als freie Mitarbeiter geglänzt haben. auch hiermit kann ich nicht dienen, Von meinen Wettbewerbsnachteilen aufgrund fehlender Mobilität ganz zu schweigen.Kurz und gut ich bin ratlos.

Das einzige was mir etwas Hoffnung gibt ist paradoxerweise meine Behinderung. Öffentliche Arbeitgeber und zu denen gehören auch Universitäten sind nämlich dazu angehalten Stellen mit Behinderten zu besetzen. Es konnte also sein, dass just mein Defekte mir letztlich einen Job verschaffen. hierzu wäre zwar die Kombination Frau und Behindert noch vielversprechender,weil man bzw. Frau dann gleich durch zwei Quoten erfasst würde, 80% Schwerbebinderung sind aber schon mal keine schlechte Ausgangsposition in dieser  Lotterie der positiven Diskriminierung.


Henning Schmidt | ,

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