Kapitalmacht in der Kleinstadt oder Marburg ist kein Museum


Gerade habe ich etwas über Marburg gelernt. Zwar wusste ich das die Deutsche Vermögensberatung hier ihren Sitz hat, das dieses Unternehmen aber tatsächlich  der größte Gewerbesteuerzahler der Stadt ist, noch vor den Behringwerken war mir neu.Wie die FR berichtet plant die Deutsche Vermögensberatung  nun ein großes Schulungszentrum+ eine neue Konzernzentrale die im Marburger Bahnhofsviertel beheimatet sein wird. Dabei muss das älteste Haus der Marburger Nordstadt dran glauben. Es wird abgerissen, nachdem nach Aussage der Statiker der Versuch gescheitert ist das Gebäude in den neuen Komplex zu integrieren.

Die Marburger Linken wehklagen nun das Gebäude sei zu retten, man scheue nur die Kosten und überhaupt regiere in Marburg das Kapital, dessen willfähriger Knecht der Magistrat sei.Meine Haltung zu dem Thema sieht folgendermaßen aus.

1 Es mag sein das man von Seiten der Stadt der Deutschen Vermögensberatung und ihrem Gründer Reinfried Pohl entgegengekommen ist.Dafür scheint sich dieser aber auch durchaus sinnvoll zu revanchieren, indem er beispielsweise die Universität kräftig fördert.

2. Im Standrotwettbewerb muss man sich eben manchmal flexibel Zeigen, was nicht heißt das sich Städte endlos erpressen lassen sollten, aber in einer freien Welt muss man sich seine Investoren eben warmhalten.

3. Wer weiß wie heruntergekommen das Marburger Nordviertel ist, der kann nur begrüßen, wenn hier neue Städtebauliche Impulse gesetzt werden. Marburg ist kein lebendes Freilichtmuseum, sondern eine lebendige Stadt die sich weiterentwickeln muss. Man kann nicht jedes Denkmal retten.

Henning Schmidt | ,

Kommentare:

  1. Man muss übrigens anmerken, dass das abgerissene Haus zwar denkmalgeschützt, aber keineswegs schön war.

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  2. Ich denke, man muss vorsichtig sein, was man wo abreisst. Dass neue Gebäude hochziehen nicht immer das beste für die Stadt und Ihre Bewohner ist, sieht man ja gut an den ganzen Baualtlasten aus den siebzigern.

    Ich geb dir allerdings recht, was das Nordviertel angeht und man muss einfach sagen, dass der Bereich um den Rosenpark dann doch im Moment der ansehnlichste ist. Stellt sich also wirklich die Frage, ob das so ein Drama ist. Irgendwer muss ja anfangen, die Stadt mal zu renovieren.

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  3. Da dachte ich mir heute so: "Was passiert eigentlich in der Nordstadt gerade?" und sofort hier angelangt. Danke für die Infos und den FR-Link!

    Finde, dass die Maßnahmen sicherlich ein großer Schritt für die Nordstadt sind; da kommt endlich auch ein Frequenzbringer - neben Woolworth und dem China-Restaurant^^ - rein.

    Das Gebäude dass nun abgerissen wird, war auch nicht besonders hübsch, das stimmt. Wäre es gut in Stand gehalten worden, hätte es allerdings Akzente setzen können.

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