Das kann ja Heiter werden



Die Hessische Landesregierung kürzt wegen der angespannten Haushaltslage und der Wirtschaftskrise 30 Millionen bei den Hochschulen. In Marburg bedeutet das eine Sofortige Haushaltssperre. Außerdem gibt es logischerweise einen beinahe totalen Einstellungsstopp.Amüsant ist außerdem, dass die sogenannten Studienbeitragsersatzmittel aus dem Gesetz zur Qualitätssicherung in der Lehre ab sofort die Löcher in der Grundfinanzierung stopfen sollen. Das heißt all die kleinen Verbesserungen der letzten Jahre(mehr Tutoren, mehr  Lehraufträge,etwas kleinere Seminare  ), die in den letzten Jahren die Situation an meinen Instituten erheblich verbessert hatten sind jetzt wohl auch Geschichte. Man kann im Übrigen davon Ausgehen, dass genau das Selbe mit dem Geld aus den Studiengebühren passieren würde, den die Studienbeitragsersatzmittel sind ja  eben nur der Ersatz dieser.Vermutlich würden sie praktischerweise auch gleich erhöht.Damit ist indirekt eines der Größten  Argumente  Pro Studiengebühren gleich mit erledigt,die ja angeblich dauerhaft die Lehre verbessern.Die Ministerin spricht übrigens von einem Solidarbeitrag der Hochschulen.

Man sieht also das hier Hochschulen die Wirtschaftskrise und das versagen geldgieriger Banker bezahlen sollen. Die Ministerin sagt außerdem Zuwächse könne es nur geben wenn die Steuereinnahmen steigen. De facto bedeutet das also Bildung nach Kassenlage,statt mutiger Investitionen und Schwerpunktsetzung in diesem Bereich. Es handelt sich wahrlich um ein armes Land,das hunderte Milliarden Bankgarantien auf Pump finanziert,aber bei Bildung nicht zu ähnlichen Schritten bereit ist.Bildung ist und bleibt trotz unerträglicher anders lautender  Sonntagsreden das Stiefkind dieser Republik. Wo bleibt die Bildungsrepublik Deutschland Frau Merkel ? Andererseits kann Merkel ja kaum was machen, da sich der Bund mit der Föderalismusreform   in dem Bereich selbst entmachtet hat.

Von dieser Allgemeinpolitischen Bewertung abgesehen trifft mich diese Entwicklung aber auch persönlich. Ich mache  mir seit langem  leise Hoffnungen darauf nach meinem Magister am Centrum für Nah-und Mittelost-Studien zu promovieren und eine wie auch immer geartet Stelle zu erhalten. Dies war schon immer eine eher theoretische Überlegung, da es ohnehin  sehr schwer ist solche Stellen zu bekommen. Allerdings hatte ich bisher immer gewisse Hoffnungen, weil ich wusste dass das CNMS finanziell sehr gut ausgestattet ist. Unter den Bedingungen einer Haushalts und Einstellungssperre nützt dieses Wissen allerdings nichts mehr.Hoffnungen auf einen Job erscheinen unter solchen Bedingungen aussichtslos,auch wenn natürlich keiner weiß ob sich Die Lage bis zum Sommer 2011 nicht wieder entspannt. Liest man die verlinkten Artikel spricht aber recht wenig dafür.

Ich werde trotzdem weiter den Kontakt zu meinem Professor pflegen und hoffen.Außerdem werde ich mich im Herbst auf dem  31. Deutschen Orientalistentag im Netzwerken versuchen.Optimistisch bin ich aber gerade überhaupt nicht mehr.Dazu muss ich erst den Schock und Ärger über diese Entwicklung irgendwie verdauen. Ein hoffentlich schöner Sommer bietet hierfür gute Möglichkeiten.Außerdem muss ja erst mal die Magisterarbeit fertig,und überdurchschnittlich gut werden.Am Besten ist es  das Thema Zukunft möglichst zu ignorieren und  ganz weit weg zu schieben.

In diesem Sinne

Henning




       
Henning Schmidt | , ,

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