Die Grüne Bewegung braucht eine Neue Strategie.



Es ist Stiller geworden rund um die Grüne Bewegung im Iran. Seit es dem Regime gelungen ist die letzten Proteste der Opposition im Umfeld des 31. Jahrestags der Revolution weitgehend zu unterbinden , scheint es dass die Grüne Bewegung mit ihrem Latein erst einmal am Ende ist. Es mangelt zunehmend an effektiven Aktionen,sowie auch an der Fähigkeit zur Mobilisierung.Letzteres ist angesichts massivster Repression von Seiten des Staates nicht verwunderlich. Die Spannende Frage ist also wie es weitergehen kann und muss, damit die Bewegung wieder Oberwasser bekommt oder gar siegt.


Der Göttinger Politikwissenschaftler Behrouz Khosrozadeh analysiert in der Neuen Züricher Zeitung die Aufgaben der Bewegung.Sie muss so Khosrozadeh vor allem ihre organisatorische Schwäche Überwinden. Ein Problem dabei ist , dass viele Anhänger der Bewegung aus den Mittelschichten Kommen und beispielsweise als Staatsangestellte Ökonomisch vom Regime abhängig sind. Wichtige Verbündete könnten hingegen Die Bazaris werden, die durch chinesische Billigimporte,das  staatliche Handelsmonopol und Korruption an den Rand gedrückt werden. Zuletzt verweist Khosrozadeh  darauf, dass das Regime trotz allem im Gegensatz zum späten Schah-Regime noch immer über eine erhebliche soziale Basis verfügt.


Nazenin Ansari, politische Korrespondentin der persischen Wochenzeitung "Kayhan" aus London hält dem allerdings entgegen, dass es der Bewegung gelungen sei, dem Regime massive Kosten für den Machterhalt aufzuzwingen. Damit sei klar dass das Regime sich der Unterstützung der Bevölkerung nicht sicher sein könne.Allerdings sei die Bewegung zu Verwundbar, da viele ihrer Köpfe und Strategen im Gefängnis sitzen, und vor allem ihre Kommunikationsstrukturen zu stark vom Internet abhängen. Es komme darauf an nicht nur auf das Internet beschränkte Kommunikationswege zu suchen, sowie klarere Positionen und realistische  Ziele zu formulieren.Sehr gut beschreibt Ansari auch die Gegenstrategien des Regimes. Eingegangen wird auch auf die Debatten innerhalb der Opposition über die Sinnhaftigkeit weiterer Sanktionen.


Insgesamt handelt es sich um zwei gut geschriebene und  angenehm zu lesende Artikel, welche die aktuelle Situation im Land und die Aufgaben der Opposition  meiner Ansicht nach gut bewerten. Ich empfehle die komplette Lektüre ! 


 



Henning Schmidt | ,

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