Die Vaterlandverweigerin und Meine Haltung zu Israel





Die Taz  porträtiert die Israelin Maya Wind. Wind ist 20 und hat den Militärdienst verweigert. Dabei machte sie es sich nicht einfach,den sie nutze keine der üblichen Schlupflöcher wie Beispielsweise Religiöse Gewissensgründe.Sie ließ sich vielmehr ordnungsgemäß einziehen, und verweigerte dann aus politischen Gründen den Einsatz in den besetzten Gebieten.Heute macht sie alternative Standführungen in Jerusalem und engagiert sich bei der Menschenrechtsorganisation "Rabbis For Human Rights für die Rechte arabischer Bürger in Ost-Jerusalem.  Für all dies wird Wind in ihrer Heimat regelrecht gehasst ,und emigriert jetzt erst mal zum Studieren in die USA.Ich kann Menschen wie Maya Wind nur bedingungslos und aufrichtig bewundern Sie sind es die ein bisschen Hoffnung auf Frieden vermitteln. Man kann nur hoffen dass es früher oder später genug Menschen wie Maya gibt, damit der Druck für Frieden  von unten irgendwann groß genug ist. Außerdem möchte ich an dieser Stelle mit dem Vorurteil aufräumen ich sei ein Israel Feind. Dies musste ich mir von Reinhard Bütikofer auf Twitter  einmal  anhören.


Ich Befürworte Israels Existenzrecht vorbehaltlos. Auch hat dieser Staat wie jeder andere Staat auch das Recht sich zu verteidigen,Beziehungen zu unterhalten, seine Interessen durchzusetzen, usw.. Wenn man Israel aber die selben Rechte wie jedem anderen zugesteht,muss Israel sich meiner Meinung nach aber auch den selben Regeln wie andere Staaten unterwerfen. Soll heißen verteidigen ja, aber Völkerrechtswidrige regelrechte Vernichtungsaktionen  wie in Gaza 2009 gehen für mich überhaupt nicht.Ich lehne die Annahme Israel könne und müsse sich aufgrund seiner Holocaust Traumata alles  herausnehmen dürfen ab. Wer  so denkt missbraucht für mich das unfassbare Schicksal von 6 Millionen sinnlos ermordeter zur Durchsetzung zweifelhafter Ideologie und strategischer Interessen.


Was ich ablehne ist nicht Israel als Staat oder gar Juden. Ich lehne lediglich den israelischen Politischen Mainstream ab. Der umfasst für mich sowohl die religiöse Rechte, als auch den Likud oder die Arbeitspartei. Sie alle verfolgen Konzepte,die nicht zu Frieden führen werden, entweder weil man  die Besetzten Gebiete aus einem Religiös-nationalistischen Programm heraus als Teil Israels betrachtet,oder weil man an Siedlungsblöcken im Westjordanland festhält, die den Palästinensern  kein lebensfähiges zusammenhängendes Staatsgebiet ermöglichen, Die Überwiegende Mehrheit der politischen Klasse Israels hat schlicht kein Interesse und keinen Willen zum Frieden.


Anders sieht das zum Teil in der Zivilgesellschaft aus. Deshalb schlägt mein Herz für Maya Wind und die "Rabbis For Human Rights und  Gush Shalom genauso wie für Peace Now  oder das Israeli Committee Against House Demolitions ,kurz für das was man gemeinhin israels Friedenslinke nennt. Das tragische ist nur das diese Strömung innerhalb der israelischen Gesellschaft  ziemlich krass marginalisiert ist. Jedoch es gibt sie, und mit ihr verbinde ich die Hoffnung auf ein anderes Israel. Wichtig ist auch festzuhalten,dass ich keinesfalls die Aktionen der Hamas oder der Hisbollah befürworte. Für mich sind beide Seiten uneinsichtig und mindestens gleich gewichtig "Schuld " an Konflikt. 


Ich lehne es schlicht ab mich in die traditionelle Lagerbildung Antiimps versus Antideutsche einzuordnen. Wenn es hart auf hart kommt bin ich allerdings eher pro Palästinensisch, weil  für mich die Palästinenser objektiv in der schwächeren Position sind, und es somit ein Stück weit härter getroffen haben als die Jüdischen Bewohner des Israelischen Kernlands. Ich sage jüdische Bewohner ,weil es den 20% israelischen Arabern  alles andere als gut geht, wovon ich bei meiner Exkursion nach Israel im Jahr 2000 selbst einen Eindruck erhielt.Andererseits sind diese gegenüber den Palästinensern in Gaza und dem Westjordanland auch wieder privilegiert. Das aber ist eine andere Sache, und würde Rahmen und Intention dieses Eintrages sprengen.


Letztendlich streite ich hier auf diesem Blog für einen gerechten Frieden in den Grenzen von 1967. Nur so kann einerseits  Israel zugleich  seine Identität bewahren,und verhindern,dass es bald von den Palästinensern demografisch Schach Matt gesetzt wird. Andererseits ist nur so endlich ein Ausgleich mit den Palästinensern denkbar, es sei den man träumt von einem Binationalen Israel.


Blinde Solidarität führt nicht weiter, wirkliche Freunde Israels dürfen und müssen Israels Politik in seinem eigenen Interesse kritisieren. Kadavergehorsam nützt keiner Seite und hilft kein Stück dabei die Region zu stabilisieren und diesen endlosen Konflikt bei zulegen. 


In diesem Sinne:


Frieden jetzt für Israel und Palästina! 

Henning Schmidt |

1 Kommentar:

  1. Die Siedlungspolitik der irealischen Regierung ist einer wesentlichen Probleme. An ihr kann man die mittelfristigen Ziele festmachen -- Westjordanland soll israelisch wrden.

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