Bloggen auf Google+- Für wen es Sinn ergeben kann und für wen nicht !



Seit dem Aufkommen von Google+ lese ich immer wieder von einem angeblichen Trend traditionelle Weblogs abzuwickeln und sie ausschließlich in Google Plus weiter zu führen. Ich persönlich habe noch nichts von diesem angeblichen Trend bemerkt, sondern nehme Google + viel eher als eine Konkurrenz zu Twitter wahr. Auch hier wird munter auf Artikel verwiesen oder ein Video mit der Welt geteilt. Natürlich hat man auch noch  den Vorteil im Gegensatz zu Twitter an keine Längenbegrenzung gebunden zu sein. Meiner Ansicht nach ermöglicht erst dieser Fakt die Grundlage für die Idee künftig direkt im sozialen Netzwerk zu schreiben, statt es nur noch als weitere  Plattform zur  Verteilung der woanders geschriebenen Gedanken zu nutzen.Diese Idee wird umso attraktiver, weil sich Google+ Inhalte  im Gegensatz zu Facebook,wo man immer noch Mitglied sein muss für die gesamte Weböffentlichkeit freigeben lassen. Für Bloggen in Google+spricht auch,dass die entsprechenden als Blog genutzten Profile genau wie herkömmliche Blogs via RSS Feed abonniert werden Können.


Wenn sich aber alles so anbietet, warum bin ich dann gegen einen Umzug und werde auf unbestimmte Zeit weiter hier statt ausschließlich auf Google + bloggen? Zunächst einmal ist hier in den mittlerweile fast fünfeinhalb Jahren die dieser Blog nun schon im Internet weilt eine umfängliche Menge an Informationen zusammengetragen worden. Das beginnt mit Berichten aus meinem Altgasleben und  aus meinem Studium und setzt sich in Form von  liebevoll  für mich und die Nachwelt zusammengetragenen Reiseberichten fort. hinzu treten unzählige Spaßvideos, Musik, Satire, Politische Meinungsbeiträge, Analysen aus Zeitungen,  aber auch ein wachsendes Archiv an Reportagen Dokumentationen oder Radiofeatures. Insgesamt lagern hier bei Blogger inklusive dieses Eintrags 1088  Internet Publikationen. Außerdem verlöre ich bei einem Umzug auf eine andere Plattform schlagartig mein Googleranking und damit auch meine rund 60 Feed Leser und derzeit rund 55 Besucher am Tag, Objektiv gibt es für mich persönlich einfach keinen überzeugenden Grund alles Online erreichte  ohne Not über Bord zu werfen!


Neben dieser sehr individuellen Entscheidung sehe ich aber auch objektive Gründe welche mir das Konzept Bloggen in Google+ fragwürdig erscheinen lassen. Zunächst einmal  gibt es in Google+ zumindest derzeit keine Möglichkeiten das Aussehen des eigenen Profils anzupassen.Ich kann eben nicht wie auf einem Blog mit  dem Design der Seite experimentieren oder wie auf diesem Blog schon oft geschehen nützliche Zusatzfeatures wie etwa ein Bewertungssystem für Artikel einbauen. Der dramatischste und für mich letztendlich entscheidende Mangel liegt aber im fehlen jeglicher Archivierungsmöglichkeit.  Google+ ist letztendlich wie eine Riesen Tapete oder Klopapierrolle. Ich kann sie zwar voll kritzeln, aber nicht in Ordner abheften die etwa nach Jahren oder Monaten sortiert sind. Auch ein Stichwortregister aka Tags kann ich nicht anlegen. Somit habe ich schlicht und einfach keine Möglichkeit frühere Beiträge mit ein Paar Monaten Abstand wieder zu finden. Meine  Beiträge gehen unweigerlich im Malstrom von Google+ unter und werden dort nie mehr gesehen, es sei den es gelingt mir meine Kontakte bei Google+ beständig dazu zu motivieren meine Inhalte zu teilen. Dann finde ich sie zwar trotzdem nach kurzer Zeit selbst nicht mehr,kann mich aber der Hoffnung hingeben, dass mir meine eigenen Inhalte eventuell einmal wiedergekäut in meinem Stream begegnen.Diese Form des Kampfs gegen das Vergessen im Internet  ist aber anstrengend und erfordert sehr viel Arbeit die ich letztendlich für sinnlos halte.



Fazit 

ich will Google+ als Blogging Platform nicht gänzlich verdammen, halte es aber nur für den Teil der Blogger für geeignet der stark am Puls der Zeit schreibt. Wenn es mir nicht wichtig ist,dass meine Inhalte auch in einem halben Jahr noch von Google gefunden werden spricht nichts dagegen sich auf Google+ zu produzieren. Wer sich seinen Blog jedoch eher als über die Jahre organisch wachsenden Informationspool samt Archiv und Glossar zum Nachschlagen vorstellt, der sollte aus den oben genannten Gründen von einem Komplett Umzug absehen, und mit  Blogger, Wordpress oder irgendeinem anderen Klassischen Bloganbieter  arbeiten. Ein Möglicher Kompromiss zwischen beiden Glaubensrichtungen konnte übrigens Tumblr sein. Hier kann man auch relativ zusammenhanglose Schnipsel Posten, es findet aber eine chronologische Archivierung wie in einem klassischen Blog statt.   


Henning Schmidt |

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