Von Persisch und Dissertationen


Liebe Leser und Leserinnen  liebe Freunde und Bekannte in der Ferne die ihr dieses Blog vor allem nutzt um auf dem laufenden zu bleiben was ich so treibe.

Wie von mir prophezeit ist es seit einigen Wochen ziemlich ruhig geworden. Das liegt daran, dass ich im Moment sehr diszipliniert meinen schon oft im Vorfeld thematisierte Arbeitsplatz an der Uni  nutze  und dann abends gar keine Muse habe zu schreiben. Außerdem fehlen mir oft die Themen, den die Zeit welche ich bis Anfang Oktober  aufgebracht habe um im Netz nach all den Perlen zu suchen die ich verbloggt habe,verbringe ich nun eben mehr oder weniger Produktiv im Büro. Ich habe mir aber jetzt vorgenommen, ab kommenden Wochenende mindestens einen Wochenendeintrag zu Schreiben.Es wäre schließlich schade wenn diese Seite nach über 5 Jahren einen leisen Tot aus Zeitmangel stirbt. 

Ich  möchte ich kurz die Ereignisse der letzten gut Zwei Wochen zusammenfassen. Zunächst zum Positiven. Ich bin am Marburger Orientzentrum ins sogenannte Basismodul  Persisch eingestiegen, und habe damit meinen dritten Versuch gestartet meinen Mangel an Sprachkenntnissen zu beheben Es ist sehr anstrengend, da ich wie hier schon oft thematisiert die Tafel oder an die Wand geworfene Folien oft nicht richtig lesen kann. Das hat zur Folge das ich dem Unterricht nur zum Teil folgen kann und sehr vieles was die anderen während des Unterrichts machen in meinem Büro oder zu hause nacharbeiten muss. Erstaunlicherweise funktioniert das Schreiben der Buchstaben besser als gedacht. Unglaubliche Schwierigkeiten habe ich obwohl ich jeden Tag das Alphabet durchgehe damit. mir die Unterschiede zwischen den Buchstaben einzuprägen. Die Unterscheiden sich ja oft nur durch die Zahl der Punkte die über oder unter ihnen stehen. Immerhin kann ich mir aber wenigstens ein oder 2 Buchstaben aus jeder Grundform merken, was schon mal ein guter Anfang ist. Trotzdem denke ich So langsam,dass Problem könnte darin liegen, dass ich einfach kein optisch geprägtes Gedächtnis habe, den mittlerweile habe ich schon sehr oft das Alphabet wiederholt und viele Schreibübungen gemacht. Andererseits geht der Kurs morgen erst in die Dritte Woche ich denke Geduld ist gefragt.

Auch. was das Mitkommen im Unterricht betrifft sollte herausgestellt werden, das es zwar wie gesagt anstrengend ist, jedoch die Beiden Persischlehrer Herr Mohammedzadeh und Frau Devos im Rahmen der Möglichkeiten eines Großen Unikurses hervorragend auf mich eingehen. Herr Mohammadzadeh hat  am Freitag versprochen mir ab sofort alle Leseübungen die er an die Wand wirft entweder zu mailen oder als große Kopie zugänglich zu machen Ich hoffe das klappt.Seit Freitag haben wir auch unsere Bücher. Allerdings ist dieses DIN A 5 und für mich zu klein. Deshalb habe ich es Freitag erst mal in einen Copyshop gebracht, wo es mir hoffentlich erfolgreich komplett auf A 4  vergrößert wird. Klappt dies wäre dies für zukünftige Leseübungen im Unterricht Segensreich. Insgesamt bin ich vorsichtig optimistischVon allen Anläufen ist dieser der bisher erfolgversprechendste. Ich bin jedenfalls entschlossen diesmal durchzuhalten und mich durch zu beißen.

Jetzt zum Negativen. Seit 11.10. Weiß ich, dass die Heinrich-Böll Stiftung mich nicht einmal in die Zweite Bewerbungsrunde für ein Promotionsstipendium  vor lässt.  Nach einem Gespräch mit meinem Doktorvater am Vergangenen Montag muss bzw. soll  ich mein Promotionsthema jetzt quasi nochmal komplett überdenken. Am Besten wäre wenn das  neue Thema bzw. Exposé bis ende Februar fertig  ist.  Ob dies neben dem sehr arbeitsintensiven Persischkurs möglich is muss sich erweisen. Auch ist noch nicht geklärt an welche Stiftungen ein zweiter Versuch adressiert wird. Ich weiß im Moment nur, dass ich mich auf gar keinen Fall noch einmal  exklusiv auf die HBS konzentrieren werde. Die anspruchsvolle Aufgabe besteht nun darin, den Arbeitstag so zu strukturieren, dass ich bei Persisch mitkomme und zugleich einigermaßen damit vorankomme die Promotion  neu zu  konzeptionieren. Noch weiß ich nicht wie das geht aber es werden sich schon Lösungen finden.

Das soll es erst mal wieder gewesen sein. Wie ihr seht ist einiges los, und mein Leben in Marburg wird sich wohl noch mindestens bis 2015 verlängern.

Bis zum Nächsten Eintrag in hoffentlich nicht all zu ferner Zukunft

Henning



Henning Schmidt | , | Kommentar schreiben

Der Perser War's



Das der Iran seit Jahrzehnten einer der Lieblingsfeinde der sogenannten westlichen Welt( zur Geschichte dieses bei genauer Betrachtung sehr seltsamen Begriffs siehe hier) ist,stellt keine Überraschung da.  Angesichts der Dämoniisierung der Teheraner Führung, deren im Machtgefüge der Islamischen Republik recht machtloser Präsident Mahmoud Ahmadineschad zum neuen Hitler stilisiert wird, überrascht auch die Aktuelle Dreiecksposse zwischen dem Iran,Saudi-Arabien und den USA kaum. Ich rekapiituliere die Geschichte nochmal in aller Kürze. Die USA beschuldigen den Iran angeblich ein Mordkomplott gegen dne Saudi-arabischen Botschafter in Washington geplant zu haben. Erstaunlich war dabei, wie schnell aus der öffentlich geäußerten Gewissheit auf Seiten der USA recht kleinlaute Zweifel wurden, weil  sich für diese Behauptung eben doch keine wirklich harten  Beweise finden ließen.

Mir geht es an dieser Stelle gar nicht so sehr um die Frage, ob die Anschuldigungen der USA zutreffen. Ich halte sie durchaus für einigermaßen realistisch. Saudi-Arabien und der Iran sind Erzrivalen in ihrem Bemühen um Einfluss in der Golfregion. Da kann es schon sein, dass zum schmutzigen Handwerk beteiligter Geheimdienste auch die Ermordung diplomatischer Würdenträger zählt. Ich möchte viel mehr auf etwas anderes hinweisen, nämlich eine erstaunliche Ungleichbehandlung sehr ähnlicher Ereignisse innerhalb des Internationalen Systems, Diese Ungleichbehandlung  lässt sich zwar geostrategisch begründen, moralisch und politisch aber dennoch aufhorchen.

Worauf möchte ich hinaus? Mir geht es um folgenden Punkt: Ich finde es verdächtig und Zweifelhaft, dass im Falle des Iran bereits der bloße Verdacht an einem Anschlag beteiligt zu sein ausreicht um quasi einen Kriegsgrund zu liefern, während in der letzten Zeit gleich mehrfach iranische Atomwissenschaftler auf offener Straße ermordet wurden, ohne das dies zu einem nennenswerten Aufschrei der Weltgemeinschaft geführt hätte. Wohlgemerkt handelt es sich im iranischen Fall um einen bloßen Verdacht, während im letzteren Fall real Menschen ums Leben gekommen sind.

Aus diesem Grund bin ich doch geneigt nach dem Motto im Zweifel für den Angeklagten für den Iran zu plädieren und den USA tief zu misstrauen, ich halte es mittlerweile sogar für möglich,das der unwürdigste Friedensnobelpreisträger in der Geschichte des Nobelkomitees, Barack Obama einen Krieg gegen den Iran inszenieren konnte,um sich so seine Wiederwahl zu sichern.Ich gebe aber zu,dass letzteres eher meiner paranoiden Ader entspringt,als wirklich Fakten basiert ist.

Vielleicht ist alles auch nur eine große Drohkulisse um vom Iran endlich entscheidende Zugeständnisse im Atomstreit zu erhalten. Wie so oft bleibt der Iran ein Rätselhafter schwer zu durchschauender Akteure, aber das ist ja der Grund,warum er in der Region mein Lieblingsland darstellt. Der Iran ist und bleibt immer für eine Überraschung gut.Ich hoffe nur, das es friedlich bleiben wird den Kriege hat dieser Teil der Welt wahrhaft schon genug  durch leiden müssen.


Henning Schmidt | , , | Kommentar schreiben

Viel passiert



Nach einer Woche Pause hier mal wieder ein kleines Update was bei mir so läuft

a) Am 4.10 also morgen vor einer Woche habe ich das auf diesem Blog schon oft angekündigte Büro im Orientzentrum bezogen. Allerdings habe ich zunächst nur 2 Tage für einige Stunden gearbeitet, dabei aber gleich am ersten Tag durch den Geburtstag der Arabischlektorin am Centrum viele Mitarbeiter kennengelernt.

b) Vom 6-8.10 also von Donnerstag bis Samstag war ich Teilnehmer des 18.Davo Kongresses in Berlin. Hin gefahren bin ich Zusammen mit Karolin und Ines vom Centrum was natürlich positiv hinsichtlich der Etablierung im Centrum ist, davon abgesehen aber vor allem  einfach Spaß gemacht hat.Auf dem Kongress konnte ich außerdem einen interessanten Kontakt anbahnen der mir bei der Promotion eventuell noch helfen konnte.

Ein "Problem" besteht darin, dass ich mir nun vorgenommen habe unter der Woche von 9-16 Uhr im Büüro zu arbeiten. Dadurch fehlt mir natürlich die Zeit, umtribig nach neuem Material für das Blog zu suchen. Ich fürchte also, dass es in den nächsten Monaten wenn nicht sogar Jahren nur noch am Wochenende frische Inhalte geben wird. Ich kann nur dazu auffordern dem Blog trotzdem die Treue zu halten. Im Rahmen der Möglichkeiten wird der Blog weiterlaufen, nur eben auf wesentlich kleinerer Flamme. Die Zeiten wo es hier täglich  mindestens einen Eintrag gab sind erst mal vorbei.




Henning Schmidt | | Kommentar schreiben

Die unregierbaren - Indioproteste in Bolivien



Bolivien ist eines der ärmsten Länder Latainamerikas, bekannt vor allem für seinen Kokaanbau.Weniger Leute wissen, das in Bolivien aus Koka nicht nur Drogen, sondern auch Tees salben und andere harmlose Medizinprodukte gefertigt werden. theoretisch konnte Bolivien diese Produkte exportieren, was die Situation der Indigenen Kokabauern verbessern würde. Dies ist aber nicht möglich, da es ein internationales Übereinkommen gibt, welches den Export von Koka in jeder Form verbietet.

Politisch wird das Land geprägt durch einen extremen sozialen Gegensatz.Grob spielt sich dieser zwischen reichen Hochlandbewohnern und armen Indianern ab , aber auch innerhalb der Indianischen Bevölkerung gibt es Spannungen zwischen Stämmen im Amazonasgebiet und Hochlandindianern. Schön nachlesen kann man dies in einem Artikel bei Spiegel Online .An diesem kann man den Marsch des Spiegels nach Rechts sehr gut ablesen. Ich jedenfalls finde es bemerkenswert mit welcher Verachtung zwischen den Zeilen der Autor über  den Konflikt berichtet.

Aktuell geht es um eine Fernstraße. Die soll durch einen Amazonas Nationalpark führen,wogegen sich die dort lebenden Stämme verständlicherweise wehren. Auf der anderen Seite steht die Gewerkschaft der Kokabauern, die von der Straße profitieren würden. Dies bringt Morales, dessen Macht von beiden Unterstützergruppen getragen wird in eine Zwickmühle, ist aber kein Konflikt, der sich in einer auch nur halbwegs funktionierenden Demokratie nicht durch Instrumente wie Meditation lösen ließe. Bei Spiegel Online lähmt der Konflikt dann aber gleich das ganze Land, und die Regierung Morales wird mal eben pauschal als eine Bande von Drogenschmugglern ab qualifiziert.

Auch von direkter Demokratie hält der Spiegel anscheinend nichts, den der von Morales vorgeschlagene Lösungsweg die Anwohner im Betroffenen Amazonasgebiet über die fragliche Fernstraße per Volksentscheid abstimmen zu lassen, wird als verwerfliches einknicken des Präsidenten vor den Amazonindianern interpretiert.

Ich will ja garnicht behaupten, dass der Autor mit einem Teil seiner Analyse nicht recht haben könnte, ich kann ihm mangels Fachkenntnissen sowieso nicht eindeutig das Gegenteil beweisen. Ich finde nur widerwärtig wie verächtilich über Konflikte(ausschließlich zerstörerisch und bedrohlich), und soziale Bewegung geschrieben wird. Man bekommt den Eindruck dem Autor wäre ein Sturz der Regierung Morales ganz recht, auch wenn er immerhin zu gibt, das die Opposition keinen brauchbaren Kandidaten zu bieten hat,welcher das multiethnische Land befrieden konnte.

Wie auch immer ich höre besser mal auf, den ich bin ja selber Parteiisch. Lest den Artikel und bildet euch eine eigene Meinung. Kann ja auch sein, dass ich die Sache gerade im Moment zu krass wahrnehme. Ich würde mich über Kommentare freuen.

   
Henning Schmidt | | 1 Kommentar
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