Das Haus an der Moschee



Der Roman des in den Niederlanden lebenden Iranischen Autors  Kader Abdollah erzählt  in einem großen Bilderbogen die Geschichte einer Iranischen Großfamilie Diese lebt unter der Obhut des Teppichhändlers Agha Djan dessen Familie seit Generationen die Aufsicht über die Moschee in der Stadt Serendjan führt im Haus an der Moschee. Die Bewohner des Hauses an der Moschee sind neben Agah Djans Familie  der Imam der Moschee samt Frau und  seinem  Sohn und zeitweisen Nachfolger Ahmed, der Blinde Gebetsrufer und Töpfer Moazzen  samt Sohn Shabal ,die Zwei alten Großmütter Golbanu und Golebeh  welche die Seele des Hauses darstellen sowie noch  einige Charaktere mehr.


in einer wunderschönen  poetischen Sprache schildert der Autor die Atmosphäre um Haus und zeigt  wie sich erst ganz allmählich die Modernisierungspolitik des Schahs in Serendjan ausbreitet und wie dies auf den entschiedenen Widerstand des tief gläubigen Hausherren stößt und sich auf verschiedene Charaktere auswirkt. Irgendwann  bricht dann die Islamische Revolution über das Haus herein und zerstört nach und nach das Gefüge im Haus. Jeder Charakter geht in der Revolution seinen eigenen Weg.  Während sich der eine den  Linken Gruppen die sich zu Chomeini bekennen anschließt, Wird eine andere fanatische Taliban Anhängerin. Wieder ein anderer wird zum Revolutionsrichter, oder dokumentiert mit der Kamera die Revolution.

So gelingt es Abdollah anhand seiner Charaktere die ganze Zerrissenheit der Revolution und der Iranischen Gesellschaft  darzustellen.Abdollahs  besondere Leistung  besteht darin, dass es ihm gelingt keinen seiner Charaktere zu  dämonisieren. Beim Lesen identifiziert man sich zwar nicht mit jedem Charakter, kann aber ihre Haltungen und Handlungen  zumindest nachvollziehen Das gilt sogar für den Blutrichter Gagal, den an sich wohl abstoßendsten Charakter des Buches.  

Ich denke es gibt wenig Belletristik die so gekonnt die jüngere Geschichte des Irans und ihr ganzes Drama in schöne Sprache und eine spannende Handlung verpackt.Wer  etwas über Irans jüngere Geschichte  lernen möchte kommt meiner Ansicht nach  an diesem grandiosen Roman  nicht vorbei.
         
Henning Schmidt | ,

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