Ein halber Abschied

Hallo ihr Lieben Leserinnen und Leser !

Obwohl hier seit bestimmt  zwei Jahren nur noch ein oder zweimal im Monat etwas erscheint, gibt es wohl immer noch Menschen, die diesen Blog im Netz  finden und sich auf ihm aufhalten Laut Clicky,com,dass die Zugriffe hier für mich auswertet, zwischen dem 1,Mai und Heute 445. Diese 445 Menschen, oder vielleicht zum teil auch Bots, ganz genau weiß man dass ja nie, verbrachten Zusammengerechnet erstaunliche 4 Stunden  und ein paar Zerquetschte auf der Seite. Natürlich ist das aufs Netz insgesamt gesehen weniger als nichts. für ein weitgehend verwaistes Privates Blog aber erstaunlich. Es muss also Dinge geben, die doch so relevant sind, dass sie immer wieder gefunden werden und Menschen auf diese Seite führen. Das freut mich, Ich sehe dies als eine Art  Belohnung dafür, dass ich mittlerweile seit mehr als neuen Jahren mit dieser Seite Online bin 

Leider fürchte ich, dass sich am derzeitigen Zustand des Blogs voraussichtlich nicht mehr viel ändern wird. Es kann schon sein, dass es hier wieder etwas lebhafter wird. Gut möglich, dass ich statt  einem oder Zwei Einträgen im Monat wenigstens drei  oder vier hin bekomme .Glanzzeiten mit 20 oder mehr Einträgen, gehören aber der Vergangenheit an. Dies hat mindestens drei  Gründe,von  denen ich hier kurz erzählen möchte: 

1.fehlende Zeit und Muse 


Das wichtigste um einen Blog zu führen ist Zeit. Die habe ich jetzt einfach nicht mehr so wie früher. Seit Januar bin ich nach einem langen Weg, der sich seit 2006 hier verfolgen lässt  ins Berufsleben gestartet, Seit Januar schreibe ich nicht mehr als Hobby, sondern beruflich, als Redakteur in der Online-Redaktion des rbb-Fernsehens.  Nach mindestens 8 Stunden Arbeit an,und einpflegen von Texten ins rbb-cms habe ich einfach keine Lust mehr hier etwas hinein zu schreiben. Dinge die man bloggen kann finde ich zwar noch immer, sie kommen aber nicht mehr hier an. Warum? Das ist im Grunde  ganz simpel: 

2.  Facebook verdrängt  das Bloggen 

Seit 2008 bin ich bei Facebook wie die Meisten. Über die letzten Jahre hat es sich auch bei mir eingebürgert Dinge die interessant sind auf Facebook zu finden und dann auch dort zu teilen. Nur noch selten raffe ich mich dazu auf Links von Facebook im Browser zu öffnen, einen Post anzulegen, einen kleinen Text zu schreiben, vielleicht noch ein Bild einzufügen und dann  den Link zum Artikel, der Audio-Datei oder was auch immer zu setzen.Der zeitliche Mehraufwand, im Vergleich zu Facebook ist einfach immens. Deshalb rauschen derzeit 99%  potenziell interessanter Inhalte bei Facebook durch die Timeline, kommen aber nie hier an.

3. der Blog ist nicht mehr so relevant für mich wie früher 

Als der Blog geboren wurde, war ich großzügig gerechnet 25,5 Jahre alt und hatte knapp die Hälfte meines Studiums absolviert. Ich begann zu bloggen, weil mir die damals noch relativ neue Technik Raum gab, trotz meiner Sehschwäche  und Spastik kreativ zu sein. Ich lernte nie zeichnen, oder ein Instrument spielen  konnte nie eine  Ballsportart die mich wirklich interessiert hätte ergreifen. Aber mit Sprache, da konnte ich schon immer vorzüglich umgehen, wenn auch meine Orthographie nicht perfekt ist. Kommata habe ich bis heute nicht gänzlich begriffen, und die Buchstabendreher sind wirklich peinlich. Aber sei es drum ich schreibe trotzdem. So war der Blog kreative Plattform, Mittel um meine politische Meinung zu transportieren, um witziges mit der Welt zu teilen, was heute vor allem über Facebook läuft , ( siehe Punkt zwei ) und insbesondere in den ersten Jahren auch öffentlicher Kummerkasten mit im Rückblick dann und wann bedenklichen Bekenntnissen.

Seit 2012 haben sich die Dinge aber geändert. Ich fing an Journalistisch zu schreiben. Plötzlich erschienen Artikel von mir bei Alsharq.de, bei The European, bei hr- online,in der Inamo und neuerdings beim rbb. Mittelfristig möchte ich diese Aufzählung noch um weitere Online oder Print-Magazine erweitern.Als  Folge wird der Blog als Ausdrucksmittel nach Außen 
viel weniger wichtig als früher. Es ist sogar so, dass ich ihn gerade weil er so wild und ohne Plan  gewachsen ist heute im Kollegenkreis nicht an die große Glocke hänge, denn als Visitenkarte für journalistische Bewerbungen taugt er nicht, sollte er ja auch nie. Schließlich lag mir 2006  die Idee einmal als Journalist tätig zu werden noch ziemlich fern.Deshalb stellt sich auch aus beruflicher Sicht die Frage, ob es Sinn macht, diesen Blog so wie er ist weiter zu führen, oder ob es nicht besser wäre ihn  aus dem Netz zu löschen.

   

4. halbe Abschiedsworte


Derzeit tendiere ich ehrlich gesagt zur Schließung. Andererseits stehen hier auch viele anregende Dinge drin.Man denke nur an die vielen Videos, oder die aus dem öffentlichen Rundfunk vor der Depublizierung geretteten Podcasts. Dafür finde ich, muss ich mich auch  heute nicht genieren. Genau sowenig wie für die meisten meiner politischen Wortmeldungen oder verlinkten Artikel. Vielleicht reicht es aus, in einem Akt selbstbestimmter Zensur die schlimmsten Seelen.Striptease Einträge aus dem Blog zu löschen und schon ist der Blog präsentabler nach außen und kann auf kleiner Flamme weiter aktualisiert werden. Das vorgehen wäre zwar gegen die Blogger- Ehre, den Postings im nachhinein löschen ist ja äußerst unüblich, aber was Solls! Dies ist mein Blog und  da bestimme ich. Außerdem macht man etwas so altes nicht Knall auf Fall  zu. Deshalb will ich jetzt noch nicht definitiv hier das Licht ausknipsen, aber seit nicht verwundert wenn es in ein paar Wochen oder Monaten doch soweit sein sollte.

Als kleinen Hoffnungsschimmer verweise ich auf die neuen  Farben des Blogs. Etwas was unmittelbar vor dem Aus steht, bekommt ja selten eine Renovierung. Warten wir ab was passiert.   



Henning Schmidt |

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