Ägypten (k)eine weitere Revolution in Nordafrika?



Seit gestern Abend ist Husni Mubarak nicht mehr Staatspräsident Ägyptens und aller Orten ist von der Ägyptischen Revolution zu lesen. Die Frage welche ich hier aufwerfen möchte ist nur ob es sich wirklich um eine Revolution handelt.Ich meine im Moment ist es noch zu früh von einer wirklichen Revolution zu sprechen. Natürlich ist es eine tolle und auch zweifelsohne historische Leistung des Ägyptischen Volkes das es ihnen tatsächlich gelungen ist den Despoten Mubarak zu beseitigen.Eine Revolution ist das aber noch nicht. Ägypten ist vielmehr erst einmal eine Militärdiktatur Ob sich daraus eine Demokratie entwickelt gilt es in den kommenden  Monaten zu beobachten.

Man darf nicht vergessen, dass das Militär einen enormen Wirtschaftlichen Einfluss verfügt. Sie besitzen diverse Fabriken und haben Anteile im Tourismus. Paul Amer beschreibt das Militär als  selbstbewussten Nationalkapitalistn Nicolas D. Kristof Kolumnist der New York Times warnt ausdrücklich vor einer Fortsetzung des Regimes ohne Mubarak.Gerade Generäle hätten sich massiv bereichert und ein ökonomisches Interesse an unfairen und repressiven Strukturen. Glaubt man dem Guardian war das Militär in den letzten Wochen auch an Folter beteiligt.

Man sieht also das Militär hat bei weitem keine weiße Weste.Die Protestbewegung sollte wachsam bleiben und weiter Druck auf der Straße entfalten damit am Ende der Entwicklung tatsächlich eine Demokratie steht und keine autoritäre Diktatur reloaded. Ich wünsche der Demokratiebewegung weiterhin die Kraft die es bracht um eine erfolgreiche Transformation bis zum Ende durchzusetzen.

Erst einmal ist es aber Zeit sich zu freuen.Ich habe ein schönes Freiheitslied aufgetan  mit dem ich diesen Beitrag schließen möchte  Alles gute für die Revolution! Freedom is Calling !




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via  MEI Editors Blog 


2 Kommentare:

  1. Interessante Einschätzung, passend dazu auch: http://www.misik.at/sonstige/weil-sie-so-nicht-mehr-regiert-werden-wollen.php
    Ob die Revolution scheitert ist noch nicht abzusehen, aber der Beginn einer Revolution ist es mit Sicherheit, und wenn man es nur auf die politische Kultur bezieht. Zum ersten Mal steht das ägyptische Volk massenhaft auf und hat die Chance, die arabische Welt zu verändern. Wir können nur hoffen, dass sie sich bei dem demokratischen Aufbau nicht zu sehr von westlichen "Politikberatern" beeinflussen lassen. Um sogar die von der angesprochenen ökonomischen Strukturen verändern zu können, müsste nun die seit Jahren in Streiks aktive Arbeiter_innenbewegung an Stärke gewinnen. Das wäre der Kampf, der noch schwieriger als der für Demokratie sein dürfte, der aber mindestens genauso wichtig wäre.
    Schließlich ist es schon krass, wie viel Vertrauen die Armee genießt, obwohl sie das Regime jahrzehntelang mit gestützt hat. Aber momentan müssen die Ägypter_innen wohl mit ihr auskommen. Schlimmer als Mubarak wird es schon nicht werden. Dennoch muss die Gesellschaft wachsam bleiben und für die Demokratie weiterkämpfen, das Militär wird es nicht für sie tun.

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  2. Ich hab übrigens eine Textsammlung zur Rolle von Gewerkschaften und Arbeitskämpfen in der Revolution gestartet:
    http://bloeser.blogspot.com/2011/02/working-class-and-revolution-in-egypt.html
    Hab einige Texte auf englisch, deutsch und französisch gefunden und freue mich über weitere Links und Texte per Kommentar!

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